1. April 2010
Der Medienspiegel: SC Kriens - FC Vaduz 0:2
Ernst Hasler schreibt im Liechtensteiner Vaterland:
Die FCV-Negativserie hält an
Der FC Vaduz verlor auch das Auswärtsspiel beim Aufsteiger SC Kriens mit 2:0 (0:0) Toren. Die Innerschweizer agierten zielstrebiger und verdienten sich den Sieg aufgrund der zwingenderen Chancen.
Pacar (60.) sowie Karanovic mittels Foulpenalty (90.) erzielten die Tore des Gastgebers, der zwingender agierte und ein deutliches Chancenplus besass.
Im Spielaufbau des FCV blieb vieles nur Stückwerk. Da die Fehlerquote wie zuletzt sehr hoch war, war gegen die aggressiven Innerschweizer nichts auszurichten. Die Flankenbälle erreichten selten einen Abnehmer. Ein flacher Rückpass von der Grundlinie als valable Variante fehlte gänzlich, obwohl Burgmeier über rechts und Cerrone über links offensive Akzente setzten. Im zentralen Mittelfeld gingen zu viele Bälle verloren; das ist derzeit das grösste Manko.
Keine Tore
Im ersten Abschnitt fielen keine Tore, wobei Kriens dem Führungstreffer näher war. Die Zielstrebigkeit sowie die Präzision in den Zuspielen sprach eine deutliche Sprache zugunsten der Gastgeber, die auch drei Hochkaräter verzeichneten.
Karanovic suchte nach Steil-Patzer das Abspiel; Stuckmann rettete in extremis (5.), Thüring traf einen Volley völlig frei stehend vor Jehle nicht optimal (19.), Tadic überschoss kläglich (39.) und Pech hatte Foschini mit seinem Hinterhaltschuss, der die Lattenoberkante streifte (41.).
Glückliches Remis zur Pause
Zwei Möglichkeiten besass der FCV. Burgmeier war wohl überrascht, dass ein Flankenball vor ihm noch abgefälscht wurde, sein Volley fiel zu harmlos aus (7.). Akdemir brachte ein herrliches Cerrone-Zuspiel solo vor Torhüter Djuric nicht unter Kontrolle (35.). «Wir haben grobe Fehler im Spiel nach vorne gemacht. Uns unterliefen einfache Ballverluste; auf diese Weise haben wir den Gegner stark gemacht. Schliesslich sind wir noch schadlos in die Halbzeit gelangt», analysierte FCV-Trainer Pierre Littbarski treffend.
Pacar erlöst Kriens
Kriens war gewillt, als Sieger vom Platz zu gehen. Dieser Wille war zu Beginn der zweiten Halbzeit sofort sichtbar. Zuerst schoss Tadic einen Vaduzer an (46.), dann jagte er den Ball an den Innenpfosten (59.). Beim dritten Anlauf trafen die Krienser. Pacar staubte ab, nachdem Jehle gegen Karanovic geklärt hatte (1:0). «Wir haben in einer 1:1-Situation den Zweikampf verloren. Dann kann man die Spiele nicht gewinnen», wirkte Littbarski verärgert.
Viermal höheres Vaduz-Budget
In der Startviertelstunde hatte Bader mit einem Kopfball Pech, als ein Verteidiger den Ball von der Linie kratzte (48.), Proschwitz setzte eine Cerrone-Flanke Halbvolley daneben (60.). Nach dem 1:0 geriet Torhüter Djuric nur noch bei einem Proschwitz-Freistoss in Nöte (86.).
Das wars, was der FCV zu bieten hatte. Schlichtweg zu wenig, wenn man die Budgets der beiden Teams heranzieht (1 Mio. SCK, 4,5 Mio. FCV). Burgmeier nahm Karanovic von den Beinen, den Foulpenalty verwandelte der Gefoulte ins rechte untere Eck (2:0).
Ritzberger wünschte Auszeit
Erstaunlicherweise fehlte Liechtensteins Nationalspieler Marco Ritzberger im FCV-Aufgebot. «Ritzberger ist momentan mental nicht in der Lage, für uns zu spielen. Sein Blutbild passte zudem nicht», klärte FCV-Trainer Littbarski auf.
Jan Stärker schreibt im Liechtensteiner Volksblatt:
Vaduz am Tiefpunkt
Sechstes Spiel in Folge ohne Sieg für den FC Vaduz. Beim SC Kriens setzte es eine hochverdiente 0:2-Niederlage. Die Leis-tung der Mannschaft im Kleinfeld war einfach unterirdisch.
«Ich will Spieler, die laufen und sich einsetzen und nicht nur dauernd reklamieren», begründete FCV-Teamchef Pierre Littbarski die Systemumstellung auf 4-3-3 und liess Koitka auf der Bank und spielte mit Proschwitz im Zentrum, dazu Burgmeier und Akdemir, die auf den Flügel rochieren sollten. Doch das klappte überhaupt nicht. Vaduz liess, wie schon so oft in einem Auswärtsspiel, den Gegner spielen, stand teilweise viel zu weit von den Leuten weg und brachte nach vorne gar nichts zusammen.
Schon im ersten Durchgang war Kriens besser, hatte schon nach fünf Minuten durch Karanovic eine riesen Chance, nachdem Steil einen Rückpass viel zu schlampig spielte. Der SCK-Stürmer lief alleine aufs Tor von Peter Jehle zu, doch zögerte er zu lange, bis Cerrone und Stuckmann klären konnten. Und die nächste Möglichkeit liess nicht lange auf sich warten. Pacar prüfte mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze den guten Jehle. Von Vaduz dagegen war gar nichts zu sehen. Litti verzweifelte an der Linie, da seine Mannschaft Kriens «spielen liess» und überhaupt nicht in die Partie fand.
Nur eine Torchance
Anders dagegen die Gastgeber. Bis zur Pause hatte Tadic, nach zu kurzer Abwehr von Bader, das 1:0 auf dem Fuss (39.), wie zwei Minuten später Foschini. Der durfte durch die Vaduzer Abwehr marschieren und setzte den Ball aus 20 Metern auf die Latte.
Wenn man auf eine Reaktion nach der Pause gewartet hatte - Pus- tekuchen! Wieder kamen die Innerschweizer schneller und frischer aus der Kabine. Bereits 28 Sekunden nach Wiederanpfiff vergab Tadic aus zehn Metern kläglich, als er das leere Tor vor sich hatte. Doch dann gab es sie: Die erste und einzige Chance für Vaduz. Nach einer Stegmayer-Ecke wuchtete Bader
einen Kopfball Richtung Kriens-Tor.
Doch sein Ball wurde von der Linie gekratzt (47.). Anschliessend spielte aber wieder nur Kriens. Erneut verpasste Tadic die Führung, als er nur den linken Innenpfosten traf (59.). Aber eine Minute später war es so weit. Konter über Thüring, der in die Mitte auf Tadic spielte. Steil kann gerade noch stören, doch Pacar setzt den Ball aus spitzem Winkel in die Maschen zum 1:0.
Karanovic mit der Entscheidung
Ein Aufbäumen war bei Vaduz aber auch jetzt nicht zu erkennen. Es wurde zwar viel gelaufen, doch raus kam gar nichts. Die Krienser dagegen zielstrebiger. Der eingewechselte Piu vergab zwar acht Minuten vor Schluss, als Jehle sensationell parierte, doch in der Schlussminute holte der Torschütze vom Hinspiel (1:1) einen Foulelfer raus. Karanovic liess sich die Chance nicht entgehen, traf locker ins rechte Eck zur Entscheidung.In dieser Form wird Vaduz am Dienstag (20 Uhr, Rheinau) im Cup-Halbfinale beim FC Balzers sicherlich grosse Schwierigkeiten bekommen.