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15. March 2010

Der Medienspiegel: FC Vaduz - Servette FC 1:2


Ernst Hasler schreibt im Liechtensteiner Vaterland:

Da steckt der Wurm drin

Statt mit einem Sieg Anschluss an das Spitzenduo Lugano und Thun zu halten, verlor der FC Vaduz sein Heimspiel gegen Servette Genf mit 1:2 (1:1)-Toren und verdeutlichte, dass derzeit der Wurm im Team steckt.

Proschwitz schoss den FCV in Front (10.), De Azevedo kehrte mit einer Doublette die Partie (22. /79.) und beendete eine Serie von zehn Partien, in denen Servette in der Fremde nicht mehr gewonnen hatte.
Der FCV erarbeitete sich zwar über die gesamte Spielzeit ein Chancenplus, doch die Fehlerquote war schlichtweg zu hoch, um die Westschweizer in die Knie zu zwingen.

Zwei Tore und ein Fehlentscheid
Es war keine Partie für Fussballvirtuosen. Auf dem holprigen Platz stimmte zwar der Einsatz, zu oft kam es zu überharten Zweikämpfen, die Ref Hänni teilweise übersah. Nach dem frühen 1:0 durch Proschwitz – er konnte den Ball ins leere Tor einschieben, nachdem Torhüter Gonzalez eine Koitka-Kopfballverlängerung durchgleiten liess – sorgte der Ref erneut für Aufregung: Burgmeier war Nzay enteilt, der Genfer Abwehrspieler riss «Burgi» als letzten Mann zu Boden, doch der Pfiff blieb aus (12.). «Da hätte der Ref Rot zeigen müssen», meinte FCV-Routinier Pascal Cerrone.
Stattdessen gelang De Azevedo mit einem sehenswerten Weitschuss von der Strafraumgrenze der Ausgleich (1:1). Die Partie wog hin und her, doch fehlte die fussballerische Qualität. Teilweise lags auch am holprigen Terrain, dass nicht mehr Konstruktives zu sehen war.
Schliesslich war bei einem Pont-Kopfball die beste Tat von Torhüter Deana notwendig (27.). Auch sein Gegenüber, Gonzalez, konnte seinen Fehler beim Gegentreffer vergessen machen: Er lenkte einen Burgmeier-Flachschuss (43.) und Stuckmann-Kopfball (45.) zur Ecke. Erwähnenswert war lediglich noch ein Proschwitz-Hochkaräter, den der Torjäger volley zu hoch ansetzte (33.).

Rote Karte für Celestini
De FCV kam druckvoller aus der Kabine, doch Proschwitz (48.), Koitka (50./63.) und Cerrone (50.) fehlte die Entschlossenheit im Abschluss. Nachdem Celestini für eine Tätlichkeit an Koitka Rot sah (58.), riss der Faden im FCV-Spiel komplett. Servette war bestrebt, die Räume eng zu halten, offensiv spielte sich wenig ab. Nach einem Stegmayer-Fehlpass kam De Azevedo an den Ball, «vernaschte» Stuckmann und jagte den Ball aus 16 Metern ins rechte obere Eck (1:2). Zuvor war Eudis mit einem Heber an Deana gescheitert (63.). Statt die Überzahlsituation zu nutzen, Ball und Gegner laufen zu lassen, verkrampften sich die Residenzler, liefen zu oft mit dem Ball und machten sich das Leben schwer.

Servette aggressiver
Die Servettiens waren in etlichen Situationen geschickter am Ball, agierten aggressiver und oft spritziger. Der FC Vaduz machte wohl alles falsch, was man falsch machen kann. Weite Zuspiele öffneten dem Zufall Tür und Tor. Letztlich fehlt derzeit die spielerische Qualität, um ein Team mit Spielkunst auszuhebeln. Bis auf einen Bader-Kopfball, den ein Verteidiger von der Linie kratzte (77.), kam im Finish nichts mehr.

Littbarski wollte nicht reden
FCV-Trainer Pierre Littbarski zog sich nach dem Spiel sofort zurück und verweigerte eine Stellungnahme. FCV-Arbeitsbiene Pascal Cerrone bezog schliesslich Stellung. «Wir fanden relativ gut ins Spiel, erzielten das 1:0 und besassen eine weitere Möglichkeit. Nach dem 1:1 verloren wir den Faden, Servette kam besser auf. Gut starteten wir in die zweite Halbzeit. Die Rote Karte warf uns jedoch aus der Bahn», so Cerrone. «Wir kämpften und kamen zu Chancen, leider unterliefen uns individuelle Fehler. Die müssen wir abstellen. Sie spiegeln sich derzeit in unseren Köpfen», ärgerte sich Cerrone. Das holprige Terrain sah er nicht als Grund der Niederlage. «Es war schwierig zu bespielen, doch damit mussten sich beide Teams auseinandersetzen. Servette hatte eine starke Offensive, in der Abwehr stieg die Mannschaft resolut ein», urteilte Cerrone.
«Für uns war dieser Sieg lebenswichtig; er gibt uns Stabilität für die nächsten Partien. Mit der Leistung meiner Spieler bin ich sehr zufrieden», meinte Servette-Trainer Joao Alves. Die defensive Taktik sei aufgegangen. Er haderte jedoch mit Ref Hänni. «Ich weiss nicht, weshalb wir stets mit Roten Karten bestraft werden. Die Schweiz hat den Weltmeistertitel bei den U17-Junioren geholt, doch die Schiedsrichter bewegen sich auf einem mässigen Niveau», so Joao Alves.

Jan Stärker schreibt im Liechtensteiner Volksblatt:

Aufstieg ade für Vaduz!

Der FC Vaduz kann sich die sofortige Rückkehr in die Super League abschminken. Gegen Servette Genf setzte es eine unnötige 1:2-Heimpleite. Dadurch vergrösserte sich der Abstand auf den Tabellenzweiten Thun auf satte neun Punkte.
Nach dem Stolperstart mit nur vier Punkten aus drei Spielen nach der Winterpause (2:0 gegen Gossau, 3:4 in Winterthur, 1:1 in Wil) war Vaduz gegen den 17-maligen Schweizer Meister ganz klar zum Siegen verdammt, damit das Saisonziel Aufstieg nicht schon elf Spiele vor Schluss ad acta gelegt werden kann. Doch das klappte nicht und der FCV schaffte es trotz vieler Chancen nicht, den wichtigen Dreier einzufahren. Teamchef Pierre Littbarski änderte seine Mannschaft im Vergleich zum 1:1 in Wil vom Mittwoch auf drei Positionen. Ritzberger ersetzte den gelbgesperrten Steil in der Innenverteidigung, Burgmeier kehrte nach seiner Gelbsperre für Kempe ins Team zurück und Büchel spielte für Akdemir.

Wieder Torjäger Proschwitz
Und es ging auch gut los für den FCV. Schon nach zehn Minuten traf Liga-Toptorjäger Nick Proschwitz zum 1:0. Sein 18. Saisontreffer und gute Werbung in eigener Sache, da auf der Tribüne ein Scout des deutschen Traditionsvereins Kickers Offenbach sass, um den Stürmer zu beobachten. Nur zwei Minuten später brachte Nzay den durchgebrochenen Burgmeier klar zu Fall. Doch statt Platzverweis für den Servette-Verteidiger liess Schiedsrichter Hänni weiterlaufen - klare Fehlentscheidung! Kurz darauf klärte Nzay, diesmal regelkonform, in letzer Sekunde vor Proschwitz (15.).
Wie aus heiterem Himmel fiel in der 22. Minute der Ausgleich. Vaduz war nach einer Ecke der Westschweizer im kollektiven Tiefschlaf und der quirlige De Azevedo konnte unbedrängt vom 16er den Ball, unhaltbar für FCV-Keeper Deane, in den rechten Winkel schiessen. Ein Sonntagsschuss am Sonntag-nachmittag.Der Treffer war wie ein Schock für Vaduz und nur Deane war es zu verdanken, dass man nach 27 Minuten nicht hinten lag, als er einen Celestini-Kopfball stark über die Latte lenkte.
Doch kurz vor der Pause hatte die Litti-Elf noch mal zwei ganz grosse Möglichkeiten durch Burgmeier (43.) und Stuckmann (45.). Doch beide Male hielt Gonzalez im Genfer Kasten stark, der vor dem 1:0 einen ganz bösen Patzer machte, als er einen harmlosen Ball vor die Füsse von Proschwitz fallen liess.
Nach dem Wechsel ging es im gleichen Takt weiter. Doch weder Proschwitz (48.), Koitka (50.) noch Ritzberger (53.) brachten den Ball im Tor unter. Genf spielte hin und wieder schnelle Konter. So musste Deane gegen Schneider (56.) und Eudis (63.) retten. Dazwischen lag der Platzverweis für Celestini nach einer Tätlichkeit an Koitka (58.). Doch ausser einem Kopfball von Bader (77.) sprang nicht viel für Vaduz heraus.Schlimmer noch: De Azevedo machte elf Minuten vor Schluss nach einem starken Konter den 2:1-Siegtreffer für Genf. Und es war einfach sein Tag. Denn wie schon beim 1:1 hämmerte er den Ball wieder in den rechten Winkel.Zudem bitter für Vaduz: Am Samstag beim Auswärtsspiel in Lausanne fehlen mit Akdemir, Bader und Koitka gleich drei Mann wegen der 4. Gelben Karte.


FC Vaduz, PO Box 158, 9490 Vaduz, Fürstentum of Liechtenstein, Phone +423 375 18 00, Fax +423 375 18 09, info@fcvaduz.li
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