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1. March 2010

Der Medienspiegel: FC Winterthur - FC Vaduz 4:3


Philipp Kolb schreibt im Liechtensteiner Vaterland:

Zu viele Absenzen, um auswärts gegen Winterthur zu gewinnen

2100 Zuschauer erlebten gestern auf der Winterthurer Schützenwiese ein Schützenfest. Sieben Tore, mehrere Pfosten- und Lattenschüsse bei einem offenen Schlagabtausch prägten die Partie. Winterthur hatte schliesslich mit vier Goals einmal mehr getroffen.

Im Vergleich zum Trauerspiel gegen Gossau war die gestrige Partie ein richtiger Fussball-Leckerbissen. Die Eigenfehlerquote sank auf ein Minimum und Tore fielen gleich deren sieben. Winterthur war zu Beginn die stärkere Mannschaft. Offensiv sehr stark wie erwartet, versuchten die Zürcher stets ihre Spitzen einzusetzen. Bereits nach zehn Minuten jubelten die Zürcher Fans das erste Mal. Stegmayer hatte geschlafen und Rechsteiner konnte für seinen Kollegen nicht mehr genügend eingreifen. So musste man den pfeilschnellen Emeghara alleine auf Torhüter Deana ziehen lassen. Dieser stand für den verletzten Jehle zwischen den Pfosten und machte seine Sache trotz vier Gegentreffern gut. Bei Emegharas Abschluss hatte er keine Chance.

Vaduzer Doppelschlag
Winterthur führte also und dies bereits verdient. Dann hatte der Liechtensteiner Sturm seine besten zwei Minuten. Stegmayer machte mit einem perfekt getimten Assist auf Proschwitz seinen Fehler wieder gut. Mister Kopfball beim FC Vaduz bedankte sich und glich aus. Eine Minute später erhöhte Koitka mit einem herrlichen Tor auf 2:1. Burgmeier flankte zur Mitte und zwang Winterthurs Keeper Vasic zu einem Fehler. Im dritten Anlauf drückte Koitka den Ball dann über die Linie, zuvor an die Latte. Ideal wäre gewesen, wenn man diese Führung in die Pause hätte mitnehmen können, doch Lenjani hatte etwas dagegen. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit erbte er nach einem Kopfball Bielis an die Latte ähnlich wie Koitka zuvor im dritten Anlauf: 2:2.

Proschwitz per Penalty
Eine Vaduzer Führung hätte auch nicht wirklich dem Spielverlauf entsprochen, obschon beide Teams immer zu Chancen kamen und so auch Vaduz mit viel Effizienz immer noch hätte führen können. Dann kam die Minute des Sven Lüscher. Er rannte mit dem Ball am Fuss über den halben Platz und bezwang Deana eiskalt zum 3:2. Die Abwehr Vaduz war bei diesem schnellen Konter in Unterzahl. Immer wenn die Zürcher einen Treffer erzielt hatten, schalteten sie einen Gang zurück. So auch jetzt wieder. Burgmeier konnte sich nach etwas mehr als einer Stunde durchsetzen. Er wurde knapp im Strafraum gefoult, sodass Proschwitz – auch Mister Penalty – zum 3:3 ausgleichen konnte. Was folgte, war eine überaus spannende Schlussphase. Winterthur war jetzt wieder besser und drückte auf den Siegestreffer, der Sprunger in der 77. Minute auch gelang. Kurz davor traf Emeghara nur den Pfosten und kurz nach dem Treffer schoss Rainer Bieli aus bester Position in die Wolken. Erneut steckte Winterthur wieder zurück und der Endspurt aufs Zürcher Tor durch die Vaduzer konnte gestartet werden. Dabei versuchten die Liechtensteiner allerdings viel zu oft, mit langen Bällen zu agieren, anstatt auch einmal über die Seiten gefährlich zu werden.

Zu viele Absenzen
Trainer Littbarski sah eine Steigerung zum Gossau-Spiel: «Wir haben auswärts drei Treffer erzielt, aber leider auch vier erhalten. Die Absenzen machten uns sicher zu schaffen. In der Verteidigung mussten wir umstellen und haben uns hier trotzdem gut verkauft. Kurz vor der Partie fiel auch noch Stuckmann mit Fieber aus». Littbarski erklärt: «Ein Unentschieden wäre sicher nicht gestohlen gewesen.»

Günther Böhler schreibt im Liechtensteiner Volksblatt:

Bittere Auswärtsniederlage

Die Defensive der ersatzgeschwächten Littbarski-Truppe erwischte beim FC Winterthur nicht ihren besten Tag. Ein möglicher Punktezuwachs wurde fast «fahrlässig» vergeben.
«So ein Spiel dürfen wir nicht verlieren. Das waren katastrophale Fehler in der Abwehr, es ist - wie schon öfter - nicht zu erklären. Da müssen wir uns an der eigenen Nase nehmen», so Nick Proschwitz, der es nach der bitteren Auswärtsniederlage auf den Punkt brachte. Der Vaduz-Goalgetter konnte mit seinen Saisontreffern 15 bzw. 16 gegen den FC Winterthur zwar zweimal für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgen, am Ende gewannen die Hausherren aber 4:3. Für den FCW, der sonst der Lieblingsgegner der Residenzler ist, war es übrigens erst der zweite Sieg im zehnten direkten Aufeinandertreffen. Achtmal ging man vollkommen leer aus. Da aber diesmal Cerrone und Co. ohne Zählbares blieben, ist der Abstand auf Tabellenführer Lugano bereits auf neun Punkte angewachsen. Der Titelgewinn ist somit schon in weite Ferne gerückt und zudem könnte heute der zweitplatzierte FC Thun mit einem Sieg in Kriens den Vorsprung auf den FCV auf vier Zähler ausbauen.
Doch nun zum Spiel, das auf schwer bespielbarem Terrain und bei starkem Föhnwind stattfand: Nach zehn Minuten leistete sich Michael Stegmayer einen argen Patzer und liess sich den Ball nahe der Mittelauflage von Innocent Emeghara abnehmen. Der nutzte dies eiskalt aus, marschierte allein auf Vaduz-Keeper Steven Deana und stellte auf 1:0. Die Littbarski-Schützlinge zeigten sich aber überhaupt nicht geschockt und fanden durch Proschwitz (15.), der allerdings vorbeiköpfelte, eine tolle Ausgleichsmöglichkeit vor. Zwei Minuten später die nächste Chance, doch FCW-Goalie Vaso Vasic lenkte einen Bader-Weitschuss in Extremis zur Ecke.

FCV-Doppelschlag
Dann aber setzten die Rot-Weissen zu einem Doppelschlag an. Zuerst besorgte Proschwitz (25.), nach idealer Vorlage von Stegmayer, per Kopf den Ausgleich und nur eine Minute später verwandelte Kai Koitka - er traf Sekunden zuvor das Lattenkreuz - den Rebound im Flug zum 2:1. Nach beiderseitiger kurzer Verschnaufpause war wieder die Kuzmanovic-Truppe an der Reihe, doch Deana parierte mit einer Glanztat einen sehenswerten Freistoss von Sven Lüscher (44.). Kurz vor der Pause musste sich der Jehle-Ersatz dennoch geschlagen geben, denn nach einem Bieli-Kopfball an die Latte reagierte Ermir Lenjani am schnellsten und netzte zum 2:2 ein.

Lüscher-Durchmarsch
Trotz der schwierigen Verhältnisse spielten beide Teams nach dem Wechsel munter nach vorne und in der 51. Minute hatte Pascal Cerrone das 3:2 auf dem Fuss. Doch Vasic konnte den Volleyschuss des FCV-Kapitäns aus kurzer Distanz zur Ecke abwehren. Praktisch im Gegenzug geriet Vaduz jedoch in Rückstand: Lüscher marschierte über das halbe Spielfeld und schoss überlegt ein. In Minute 69 setzte auch Franz Burgmeier zu einem Kurzalleingang an und wurde regelwidrig von Nick von Niederhäusern gestoppt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Vaduz-Torschütze vom Dienst, Proschwitz. Die Hausherren waren aber mit einer Punkteteilung nicht zufrieden und nachdem Emeghara (73.) nur die Stange traf, machte es vier Minuten später der kurz zuvor eingewechselte Michel Sprunger besser. Er setzte das Spielgerät via rechter Stange zum 4:3 in die Maschen. Kurz darauf hätte Rainer Bieli (81.) sogar eins drauflegen können, jedoch zielte er völlig freistehend in den Himmel. Die letzten zehn Minuten inklusive Nachspielzeit agierten die Vaduzer mit einem Mann mehr - Goran Antic sah die Ampelkarte - die Winterthurer spielten den Sieg aber clever nach Hause.
 


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