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22. February 2010

Der Medienspiegel: FC Vaduz - FC Gossau 2:0


Philipp Kolb schreibt im Liechtensteiner Vaterland:

Vaduz siegt trotz schwachem Spiel

In einer wenig berauschenden Partie konnte der FC Vaduz gestern Nachmittag sein Auftaktspiel in die Rückrunde erfolgreich gestalten. Quirin Löppert (66.) und Kai Koitka (77.) erzielten dabei die Treffer.

Es war das erwartet schwierige Spiel für den FC Vaduz. Gossau agierte mit einem Fünfer-Mittelfeld und wollte als Letztplatzierter der Challenge League sein mageres Punktekonto von nur sieben Zählern in Vaduz aufwerten. Lange Zeit schien die Taktik aufzugehen, ehe die Vaduzer mitteles einer Standardsituation zum ersten Treffer kamen. Erst ab diesem Zeitpunkt nach mehr als einer Stunde konnte der Zuschauer der Partie etwas abgewinnen. Gossau musste offensiver agieren, wodurch die Attraktivität des Spiels mit jeder Minute zunahm.

«Sand im Getriebe»
Die Startminuten deuteten auf ein Schützenfest der Vaduzer hin. Die Liechtensteiner waren klar überlegen und kamen auch zu hochkarätigen Chancen. Koitka verpasste so zweimal auf gut getimte Flanken und Proschwitz hämmerte das Leder bei einem Freistoss nur knapp am Tor vorbei. Nach 16 Minuten musste zudem Gossau-Keeper Lattmann in extremis retten. So bliebs beim 0:0 und Vaduz schaltete nicht nur einen, sondern gleich mehrere Gänge zurück. In der Folge klappte vieles nicht mehr. Fehlpässe häuften sich und auch sonst fanden die Vaduzer keine adäquate Lösung, um das Mittelfeld der Ostschweizer zu überbrücken und gefährlich zu werden. Immer wieder blieben die Angriffsbemühungen in Gossauer Füssen hängen. Die Ostschweizer selber waren offensiv ungefährlich. Murat Ural, ein Ex-Vaduzer, war einzige Sturmspitze und wurde nur selten angespielt. Er lauerte aber stetig auf seine Chance und gerade bei diesem Spielstand und vielen vergebenen Tormöglichkeiten hat sich eine Überlegenheit schon oft in einem Gegentreffer gerächt. Vorsicht war also geboten.

Fussball zum Abgewöhnen
Wichtig war also, dass die Vaduzer in der zweiten Halbzeit möglichst rasch einen Treffer erzielen konnten, damit das Spiel nicht mehr und mehr zur Zitterpartie wurde. Was die 665 Zuschauer im Rheinpark Stadion dann aber sahen, war magerste Fussballkost zum Abgewöhnen. Die Fehlerquote im Vaduzer Spiel war mittlerweile inakzeptabel hoch und die Zuschauer konnten sich Pfiffe nicht mehr verkneifen. Quirin Löppert, der von Anfang an spielen durfte, erlöste dann die Fans und noch viel mehr seine eigenen Mitspieler. Nach einem Burgmeier-Freistoss konnte er vom Fehler des Gossauer Goalies Lattmann profitieren. Lattmann liess den Ball im Fünfmeterraum wieder frei, worauf Löppert nur noch draufhauen musste. «Ich freu mich über diesen Treffer. Das 1:0 war so etwas wie der Dosenöffner für dieses Spiel. Danach lief es viel besser fürs ganze Team», so der Blondschopf. Er stand etwas überraschend in der Startformation von Littbarski. Nervös war er deswegen aber nicht: «Ich habe gut trainiert und weiss, was ich kann. Ich hoffe, es geht jetzt so weiter», so der Torschütze.
Der zweite Treffer des Spiels fiel durch Vorarbeit des sonst schwachen Pascal Bader. Er spielte Kai Koitka mittels hohem Ball frei. Koitka stand dabei im Abseits, weswegen die Gossauer Verteidiger wohl auch nicht eingriffen. Mutterseelenallein konnte der Vaduzer Stürmer zur 2:0-Vorentscheidung einschiessen. Gossau konnte in der Folge nicht mehr reagieren. Cerrone hätte in der 90. Minute noch das 3:0 erzielen müssen. Er schoss nach einem Eckball aus der Drehung dem Gossauer Keeper Lattmann den Ball aus kurzer Distanz direkt in die Hände.

«Die drei Punkte zählen»
«Wir haben drei Punkte geholt und das zählt», resümierte Captain Michael Stuckmann nach der Partie und erzählt weiter: «Wir wussten, dass diese Partie nicht einfach wird. Das sind immer die schwierigen Spiele nach der Winterpause. Auch der Boden war nicht sonderlich gut, was aber keine Ausrede sein soll. Wichtig wäre gewesen, dass wir in den Startminuten unsere Torchancen verwertet hätten.» Ähnlich spricht Trainer Pierre Littbarski: «Wir haben gut angefangen, doch dann wurde es immer zähflüssiger. Da war noch Sand im Getriebe. Gossau stand diszipliniert und wir fanden lange kein Mittel, um erfolgreich zu sein.» Sein Gegenüber, Gossau-Trainer Alexander Kern, sprach von einem verlorenen Punkt: «Vaduz spielte heute für seine Verhältnisse schwach. Da wäre sicher mehr dringelegen. Bis zur 60. Minute ging unsere Taktik auf. Nun ist es ärgerlich, vor allem auch, weil der zweite Treffer vermutlich klar abseits war. Das müssen wir uns im Video nochmals genau anschauen.»


Tobias Hämmerle schreibt im Liechtensteiner Volksblatt:

Drei Punkte, nicht mehr

Einen Augenschmaus bekamen die 665 Zuschauer im Rheinpark-Stadion nicht zu sehen. Dafür den erwarteten Pflichtsieg des FC Vaduz gegen das Tabellenschlusslicht der Challenge League.

Drei Punkte eingefahren und in der Tabelle am FC Thun (1:3 gegen Will) vorbei auf Platz zwei gerückt. Eigentlich ein perfekter Spieltag für den FC Vaduz - wäre da nicht die Art und Weise, wie der Sieg zustande gekommen ist. Dies bereitet schon ein wenig Bauchschmerzen. Zu Beginn legte die Elf von Trainer Pierre Littbarski zumindest rasant los. Hatte vom Anpfiff weg mehr vom Spiel, fand auch gute Torchancen vor. So köpfelte Kai Koitka in Minute zehn aus gut sechs Metern am Tor vorbei. Oder sein Sturm-partner Nick Proschwitz, der nur 120 Sekunden später mit einem Steilpass von Burgmeier auf die Reise geschickt wird, jedoch direkt auf Gossau-Goalie Orlando Lattmann zielte. Und nur wenige Minuten später war es wieder Koitka, der mit einer Flanke von links zum Tor für Gefahr sorgte.

Der Faden gerissen
Und Gossau? Die Elf von Trainer Alex Kern fand bis dahin in der Offensive gar nicht statt, verteidigte aber mit Mann und Maus. Peter Jehles Arbeitstag begann so richtig erst in der 20. Minute, als ein weiter Ball den Weg zum FCV-Goalie fand. Doch dann riss der Faden im FCV-Spiel. Gossau kam etwas besser in die Partie und hatte in der 27. Minute durch Dino Rebronja (Bruder von Adan Rebronja d. Red.) seinen ersten Torschuss. Kurz darauf war Peter Jehle zum ersten Mal wirklich gefordert, als eine Flanke mithilfe des Windes immer länger und länger wird und von Jehle noch knapp über die Latte gelenkt werden konnte. Die beste Aktion der Gäste hatte dann die einzige Sturmspitze Murat Ural. Er köpfelte das Leder nach einer Flanke von Claudio Holenstein knapp einen Meter am Tor vorbei.

Burgi-Tor zählte nicht
Kurz vor der Pause hatten die FCV-Anhänger den Torjubel schon auf den Lippen. Nick Proschwitz blieb am Verteidiger hängen, wodurch beide zu Boden gingen. Franz Burgmeier, als Nutzniesser, schnappte sich den Ball, fasste sich ein Herz und zog am rechten Strafraumeck ab - Tor, aber es zählte nicht. Der Schiedsrichter Cyril Zimmermann wollte zuvor ein Foul von Proschwitz gesehen haben. Also ging es mit 0:0 in die Kabinen.

Mitten in die Pfiffe das 1:0
Aus diesen kam der FC Gossau besser als die Gastgeber. Der Tabellenletzte hatte nun mehr vom Spiel und durch Ural und Diego Lattmann die erste gute Aktion. Der Schuss fiel aber zu zentral aus. In der 59. Minute prallte Emil Noll mit dem Gossau-Goalie zusammen. Bei Noll ging nichts mehr. Er musste verletzt ausgewechselt werden, für ihn kam Martin Rechsteiner.Der FC Vaduz agierte in der Folge lethargisch, ein Spiel kam nicht mehr auf. Die Folge: Die Pfiffe von den Tribünen wurden immer lauter. Und mitten in dieses Pfeifkonzert dann das erlösende 1:0. Ausgerechnet Debütant Quirin Löppert stand nach einem Patzer von Lattmann - er liess eine Flanke aus - goldrichtig und drückte das Leder in der 66. Minute über die Linie. Und nur elf Minuten später legte Kai Koitka nach. Von Pascal Bader mit einem genialen Pass in Szene gesetzt, verwertete der Deutsche alleinstehend vor dem Gossau-Gehäuse eiskalt zum 2:0-Endstand.Und dieses Tor brachte die Gossauer in Rage. Sie reklamierten bei den Offiziellen auf Abseits Koitkas, aber vergebens. Ansonsten waren aber Torchancen und zusammenhängende Aktionen Mangelware - bis zur Nachspielzeit. Erst hatte Pascal Cerrone aus gut zehn Metern das 3:0 auf dem Fuss. Und dann liess Jehle ein Ural-Schuss durchrutschen, konnte das Leder aber noch knapp vor der Linie bändigen. Und dann war Schluss im Rheinpark-Stadion, nach vier Minuten Nachspielzeit.


FC Vaduz, PO Box 158, 9490 Vaduz, Fürstentum of Liechtenstein, Phone +423 375 18 00, Fax +423 375 18 09, info@fcvaduz.li
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