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14. Mai 2010

Der Medienspiegel: FC Vaduz - USV Eschen/Mauren 5:3 n.E.


Ernst Hasler schreibt im Liechtensteiner Vaterland:

Peter Jehle der Cup-Held

Das 65. Liechtensteiner Cupfinale war an Dramatik nicht zu überbieten. Schliesslich ging der FC Vaduz nach einem 1:1 nach Verlängerung mit 4:2-Toren im Penaltyschiessen als Sieger hervor. Es ist der 39. Cupsieg, der 13. in Folge.

Francesco Clemente (55.) und Cerrone (71.) erzielten in der regulären Spielzeit die Tore (1:1). Im Penaltyschiessen entpuppte sich Torhüter Peter Jehle als Held: Er hielt die zwei Penaltys von Stefan Büchel und Memeti. Seine Erfahrung zahlte sich letztlich aus. «Es sind gewisse Erfahrungswerte, die einem zugute kommen. Dennoch muss man in den entscheidenden Situationen auch etwas Matchglück haben. Ich habe mich zweimal richtig entschieden», gestand FCV-Torhüter Peter Jehle, der froh über den Sieg war. «Es war eine schwierige Angelegenheit. Ein dickes Kompliment an den USV», lobte Jehle den Kontrahenten. Dank Leidenschaft und Mut hielt der Unterklassige die Partie bis zuletzt offen. Spielerisch hielt er mit der Mannschaft aus der Challenge League über weite Strecken mit. Der FCV konnte die Defensive kaum knacken; so musste er froh sein, dass er als Favorit zumindest im Penaltyschiessen die Nerven behielt.

Offenes Spiel
Im ersten Abschnitt fielen keine Tore, dennoch agierten beide Teams offensiv. Vor allem der sogenannte «letzte Pass» fehlte hüben wie drüben, das machte es den Hintermannschaften relativ leicht, den Kasten reinzuhalten. Der FCV befand sich mehrheitlich im Ballbesitz, baute ruhig auf, doch die Steilzuspiele entweder auf Christen oder Proschwitz fanden keinen Abnehmer. Der USV stand kompakt, lauerte auf Konter und war im Angriff etwas zwingender. Vor allem Francesco «Cecco» Clemente sorgte für Gefahr: Einen Kopfball setzte er deutlich über den Kasten (9.). Als er von halbrechts Richtung Jehle losstürmte, hätte er mehr aus der Situation machen müssen; sein Heber war kein Problem für Jehle (26.). Das Glück musste Jehle beanspruchen, als Cecco Clemente einen Kopfball am langen Eck haarscharf in Behind setzte (42.). Und was war mit dem FCV los? Auch er kam zum Abschluss. Stuckmann prüfte Torhüter Büchel mit einem Kopfball (6.) und als er am Fünfereck erneut an den Ball kam, hätte er querlegen, statt direkt aufs Tor köpfen müssen (26.). Pech hatte Proschwitz, der aus nächster Nähe einen Verteidiger anköpfelte (38.).
Kleinere Überraschungen in der Startelf gab es in beiden Teams. Beim FCV nahm Bader den Platz von Noll in der Innenverteidigung ein und Ritzberger spielte anstelle von Colocci auf der rechten Aussenbahn. Beim USV lief D'Elia – zuletzt Innenverteidiger – anstelle von Domuzeti als Sturmspitze auf. Der Nationalspieler musste jedoch seinen Platz früh abtreten. Nach einer heiklen Szene prallte er mit Torhüter Jehle knapp ausserhalb des Strafraums zusammen (leichte Gehirnerschütterung). Da hat schon manch ein Schiedsrichter zugunsten des Angreifers entschieden; Ref Speranda liess weiterspielen (13.).

Cecco Clemente erlöst USV
Die Partie nahm an Spannung zu, nachdem Cecco Clemente der FCV-Abwehr enteilt war und mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze ins linke, obere Eck die USV-Fans in Freudentänze versetzte (0:1). Nachdem der USV einen Burgmeier-Eckball vor die Füsse von Cerrone ungenügend abwehrte, traf der Eidgenosse von halblinker Position unter die Querlatte (1:1). Der USV hatte sich längst auf die Defensive konzentriert, kam kaum mehr über die Mittellinie, derweil der FCV eine Welle um die nächste fuhr; angetrieben von Burgmeier, der in der Schlussphase, von Krämpfen geplagt, vom Platz musste. Diese Auswechslung kam dem Unterklassigen entgegen. Obwohl der Druck enorm war, behielt der USV die Ordnung, versuchte das Tempo zu brechen und liess lediglich noch eine Möglichkeit in der regulären Spielzeit zu: Bellons Kopfball prallte von der Querlatte ins Feld zurück (80.), somit hatte sich der USV in die Verlängerung gerettet.

Teams am Ende ihrer Kräfte
In der Verlängerung schienen beide Teams am Ende ihrer Kräfte zu sein. Einfachste «Stockfehler» waren auf beiden Seiten zu sehen. Die kapitalste Chance – einen Kopfball von Stuckmann – machte Torhüter Benjamin Büchel glänzend zunichte (103.). Deshalb musste ein Penaltyschiessen über den 65. Cupsieger entscheiden.
 

Günther Böhler schreibt im Liechtensteiner Volksblatt:

Nerven entschieden Krimi

Das hätte sich der FC Vaduz wohl etwas leichter vorgestellt. Die kämpferisch wie spielerisch überzeugenden Erstliga-Kicker des USV forderten dem Challenge-League-Ensemble im gestrigen Finale alles ab. Am Ende siegte das glücklichere Team.
So viele Fans darf das Rheinpark-Stadion nur selten beherbergen. Stolze 2250 Fans waren gestern nach Vaduz gepilgert, um dem ewig reizvollen Kräftemessen zwischen Favorit und «Underdog» beizuwohnen. Und sie sollten ihr Kommen nicht bereuen. Der klassentiefere USV Eschen-Mauren nahm beim Versuch, die Cup-Trophäe zum insgesamt fünften Mal in seiner Clubgeschichte zu erobern, sein Herz in beide Hände und lieferte dem FC Vaduz ein zu jedem Zeitpunkt offenes Duell, das enorm viel Spannung in sich barg. In spielerischer Hinsicht, und das ist wohl die überraschendste Erkenntnis des gestrigen Fussballnachmittags, agierten die Unterländer über weite Strecken sogar gefälliger.
Nur drei Minuten nach dem Anpfiff feuerte USV-Mittelfeldakteur Gerardo Clemente ein erstes Geschoss Richtung FCV-Goalie Peter Jehle und lancierte damit eine schwungvolle Anfangsphase in diesem 65. Liechtensteiner Cupfinale. Drei weitere Zeigerumdrehungen später stand auch Jehles Gegenüber, Benjamin Büchel, ein erstes Mal im Blickpunkt, als er einen Stuckmann-Kopfball nach Ecke von Burgmeier festhielt. In dieser Tonart ging es weiter: Zunächst parierte Jehle einen Schuss des auffälligen Cecco Clemente (8.), dann zielte wiederum Clemente per Kopf zu hoch (9.), und schiesslich prüfte FCV-Goalgetter Proschwitz USV-Keeper Büchel mit einem Flachschuss (10.).

Clemente trifft für den USV
Als müssten die 22 Akteure auf dem Rasen nach diesem flotten Auftakt erst wieder zu Atem kommen, verflachte die Partie in der Folge etwas. Erst in Minute 26 der nächste Aufreger: Cecco Clemente tanzt Bader im Strafraum aus, sein Versuch eines Chip-Passes wird allerdings eine Beute von Jehle. Nun legten die Teams wieder einen Zahn zu und bescherten den beiden Fanlagern bis zur Pause noch je zweimal die - allerdings vergebliche - Hoffnung auf einen Torjubel. Christen zielte genau auf den Torwart (35.), Stuckmann rutschte knapp an einem Stegmayer-Freistoss vorbei (40.), Cecco Clementes Kopfball kullerte ins Toraus (42.) und Stocklasas Schuss aus spitzem Winkel wurde zur Ecke geklärt (45. +1).
Anders als in Durchgang eins gehörte die erste Torchance im zweiten Abschnitt dem FCV. Der eingewechselte Colocci, im letztjährigen Finale zwischen diesen beiden Teams noch im USV-Dress am Ball, bediente Proschwitz, dessen strammer Schuss ans Aussennetz zischte (51.). Da zielte Cecco Clemente fünf Minuten später besser - deutlich besser. Wunderbar von Domuzeti in Szene gesetzt, konnte der Dreh- und Angelpunkt der USV-Offensive alleine auf Peter Jehle losziehen, behielt die Nerven und brachte seine Farben verdientermassen mit 1:0 in Führung.
Der bis dahin enttäuschende Favorit schien nun doch etwas an seiner Ehre gepackt. Ohne spielerisch zu überzeugen erhöhte das Team von Trainer Eric Orie die Schlagzahl und wirkte in der Offensive nun zielstrebiger, während den Unterländern in ihren Angriffsbemühungen trotz unverändert grossem Einsatz zusehends die Durchschlagskraft abging. Nachdem eine Cerrone-Flanke noch an Freund und Feind vorbeigegangen und ein Schussversuch von Burgmeier in der USV-Abwehr hängen geblieben war, war es schliesslich erneut Cerrone, der in der 71. Minute den Ausgleich erzielte. Eine Ecke von Burgmeier landete auf Umwegen auf dem Fuss des am zweiten Pfosten lauernden Ex-St.-Gallers, der das Leder mit Vehemenz unter die Latte drosch.

Bellon vergibt Matchball
Auch in der Folge waren es vornehmlich die Vaduzer, die vor dem gegnerischen Gehäuse für Gefahr sorgten, am Spielstand sollte sich in der regulären Spielzeit indes nichts mehr ändern. Die grösste Chance auf den Siegtreffer vergab in der 80. Minute Rechtsverteidiger Damian Bellon. Sein Kopfball im Anschluss an eine Flanke von Colocci landete am Querbalken des USV-Gehäuses.In der Verlängerung ereignete sich bis auf einen Stuckmann-Kopfball, der auf der Linie abgewehrt wurde (103.), kaum Notizwürdiges. Ein Elfmeterschiessen musste die Antwort auf die Frage nach dem Cup-Sieger 2010 bringen. Letztlich hiess diese wie schon in 38 früheren Finalpartien: Vaduz. Während alle FCV-Schützen sicher verwandeln, scheitern beim USV Stefan Büchel und Naim Memeti an Keeper Peter Jehle. Die Vaduzer Spieler stürmten auf ihren Sieggaranten mit der Trikot-Nr. 1 zu, die Unterländer liessen die Köpfe hängen. In einem über 120 Minuten ausgeglichenen Cup-Fight hatte sich Fortuna letztlich doch dem Favoriten zugewandt.


FC Vaduz, Postfach 158, 9490 Vaduz, Fürstentum Liechtenstein, T +423 375 18 00, F +423 375 18 09, info@fcvaduz.li
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