26. April 2010
Der Medienspiegel: FC Vaduz - FC Locarno 2:1
Ernst Hasler schreibt im Liechtensteiner Vaterland:
Sieg dank Proschwitz-Doublette
Der FC Vaduz hat das Siegen vor heimischem Publikum nicht verlernt. In einem mässigen Spiel besiegte der FCV in der Challenge League den FC Locarno mit 2:1 (0:0)-Toren.
Nick Proschwitz mit einer Doublette und den Saisontoren 22 (64.) und 23 (79.) sowie Rossini mittels Foulpenalty (82.) erzielten dieTore und für eine hektische Schlussphase. Im Duell der besten Torjäger ging Proschwitz, der viele unglückliche Ballverluste verzeichnete, letztlich als klarer Punktsieger hervor. Senger war auf der Gegenseite völlig abgemeldet. Unter dem Strich war es mehr Krampf den Spielkunst, die der FCVaduz zeigte. Die Qualität ist einfach nicht ausreichend, um selbst Teams, die gegen den Abstieg spielen, spielerisch vom Platz zu fegen. Proschwitz rettete mit seiner Doublette dem FCV einen weiteren Sieg. Die Abstiegsfrage, respektive der Ligaerhalt ist für den FCV auch rechnerisch erledigt.
Keine Tore im ersten Abschnitt
Im ersten Abschnitt fielen keine Tore. Das lag grösstenteils an der umständlichen Spielweise, die der FCV zu Tage legte. Er war zwar mehrheitlich im Ballbesitz, doch keine der Möglichkeiten sass. Die beste Chance liess Colocci aus, als er einen Volley aus sieben Metern übers Tor setzte (37.). Pech hatte Bellon mit einem Volley, denn Milani klärte vor der Torlinie (4.). Lediglich ein Bader-Hinterhaltschuss, den Keeper Lucic bändigte (45.), verdient noch Erwähnung. Doch auch die Gäste fanden ihre Möglichkeiten vor. Zuerst köpfelte Senger den Ball völlig freistehend übersTor (16.). Glück musste der FCV in Anspruch nehmen, als Rossini einen Querpass von Mekheldi um einen Schritt verpasste (35.). Der FCV agierte grösstenteils zu umständlich, konnte wenig Raumgewinn erzeugen: Es fehlte die Durchschlagskraft. «In der ersten Halbzeit spielten wir phasenweise gut Fussball und kamen dank unserer Diagonalpasses zur einen oder anderen Schusschance», urteilte FCV-Trainer Eric Orie.
Proschwitz aus dem Nichts
Nick Proschwitz verdeutlichte ein weiteres Mal, wofür er zuständig ist. Zuerst jagte er einen abgefäschten Ball von der Strafraumgrenze ins nahe Eck (1:0) und als Steil den Ball nicht richtig traf, wurde daraus ein Zuspiel für Proschwitz und der fackelte aus kürzester Distanz nicht lange (2:0). Die zwingenderen Möglichkeiten von Proschwitz, der überschoss (55.), ein Bellon-Schüsschen (58.) und Bellon-Heber (74.) blieben stattdessen erfolglos. Ein Sutter-Volley bändigte Lucic (81.) und ein Rechsteiner- Scharfschuss verfehlte das Ziel haarscharf (93.). DieTessiner standen chancenmässig nicht zurück. Mittels Foulpenalty – Rechsteiner hatte Bouamri gefoult – verkürzte Rossini auf 2:1. «Dank Proschwitz kamen wir aus dem Nichts zum 2:0. Danach machten wir uns durch einfachste Ballverluste im Mittelfeld das Leben selbst schwer. Der Gegner hat das angenommen, weshalb wir schwitzen mussten», bemerkte Eric Orie. Vor allem Alic sorgte für Gefahr. Er legte sich den Ball zu weit vor (49.) und setzte einen Freistoss an Mann und Kegel in Behind (63.). Im Finish vergab Redzepi den Ausgleich per Kopf (88.). Tief durchatmen und abhaken, der FCV realisierte einen weiteren «Bauchwehsieg».
«Wir machen Fortschritte»
Die Effektivität sei noch längst nicht die, wie sie Eric Orie erwarte. «Wir erzielen Fortschritte, doch kommen sie nicht so schnell, wie ich hoffe. Mit jedem Sieg können wir bestimmt befreiter Fussball spielen. Ich hoffe, dass wir dann einen Gegner über längere Zeit beherrschen können», so Eric Orie. Dank der zwei Siege in Folge sei er zufrieden, schränkt jedoch ein: «Ich bin nicht mit der Art und Weise, wie wir uns zeitweise verhalten, zufrieden. Daran arbeiten wir; ich bin überzeugt, dass wir uns fussballerisch verbessern werden.» Bordoli: «Hätten Punkt verdient» Locarno-Trainer Livio Bordoli war mit dem Ergebnis nicht zufrieden. «Wir hätten einen Punkt verdient, denn Vaduz zwei Zufallstore erzielt. Mindestens ein Unentschieden hätten wir uns verdient», so Bordoli, der bedauerte, dass einige seiner Leistungsträger (Casanova, Biscotte, Polli) fehlten. «Selbst Senger hat trotz einer Verletzung gespielt. Ein Kompliment an mein junges Team, das heute mit einem nicht so starken FC Vaduz, das mit hervorragenden Spielern bestückt ist, mitgehalten hat», so Bordoli, der weiss, dass die Abstiegskampf weitergeht: «Vor allem auch deshalb, weil wir nicht soviele erfahrene Spieler in unserem Kader haben. Sie tun sich mit dem Druck schwer.»
Jan Stärker schreibt im Liechtensteiner Volksblatt:
Vaduz gewinnt weiter
Der FC Vaduz ist wieder in der Spur. Der 2:1-Sieg gegen den FC Locarno war der zweite Erfolg in Folge nach zuvor neun Spielen ohne Sieg. Und: Wieder schoss Proschwitz den FCV zum Dreier.
Neu-Trainer Eric Orie stellte seine Mannschaft im Vergleich zum 2:0 vor Wochenfrist in Wohlen auf drei Positionen um. Für den gesperrten Stegmayer durfte Akdemir von beginn an ran, für Kempe und Sutter kehrten Bellon nach neunwöchiger Verletzungspause sowie der zuletzt gesperrte Burgmeier ins Team zurück. Somit begann Vaduz mit dem «B-Mittelfeld» Bellon, Büchel, Bader und Burgmeier.
Und es ging auch flott los. Einen Schuss von Bellon konnte Milani für den geschlagenen Torwart Lucic von der Linie kratzen (4.). Doch danach herrschte erst mal die grosse Langeweile im Rheinpark-Stadion.
Glück für Akdemir
Erst in der 35. Minute wurde es wieder aufregend: Zuerst spielte Bader schön auf Colocci, doch der kam nicht an den Ball. Im direkten Gegenzug konnte Mekheldi nach Ritzbergers Stellungsfehler unbedrängt flanken und in der Mitte verpasste Rossini die Gäste-Führung. Die beste Möglichkeit für die Hausherren verpasste der bemühte Colocci, der aus elf Metern den Ball aber knapp drüber drosch (37.). Nach dem Wechsel waren die Gäste gedanklich schneller aus der
Kabine gekommen. Nach 49 Sekunden konnte Jehle eine verunglückte Flanke von Alic gerade noch wegklatschen, den Nachsschuss schoss Mekheldi zum Glück für die Residenzler dem Torwart in die Arme.
Proschwitz als Sieggarant
Und nur drei Minuten später hatte Akdemir riesen Dusel, dass er nach einer Notbremse gegen Alic nicht vom Platz flog. Schlimmer noch für Locarno: Schiri Gremaud gab keinen Elfer und liess weiterlaufen.
Das war jedoch das «Hallo-wach» für Vaduz. Proschwitz (55.) und Bellon (58.) zielten noch zu ungenau. Die Gäste waren aber nicht geschockt und verpassten durch Redzepi die Führung, als er nach einer Alic-Flanke den Ball aus einem Meter am langen Eck verpasste (63.). Praktisch im Gegenzug dann aber doch das 1:0 für Vaduz. Proschwitz bekommt den Ball, läuft Richtung Locarno-Tor und zieht aus 20 Metern einfach mal ab. Redzepi
fälscht den Ball noch leicht ab und die
Kugel schlägt links unten ein (64.).
Dreier nach Hause gezittert
Anschliessend konnte man die Befreiung beim FCV merken. Folglich kamen die Mannen von Eric Orie auch 13 Minuten später zum 2:0. Nach einer Ecke von Sutter bringt Locarno den Ball nicht weg, Steil schlägt aus fünf Metern ein Luftloch, der Ball rollert zu Proschwitz und der Torjäger macht aus zwei Metern seinen 23. Saisontreffer.
Kurz darauf verpasste der eingewechselte Sutter per Volleyschuss das 3:0. Und das rächte sich. Rechsteiner legte Bouamri und Rossini verkürzte per fälligem Foulelfmeter auf 1:2 (83.).Doch mehr als ein Kopfball aus sechs Metern von Rossini, der völlig frei vor Jehle stand, aber vorbei zielte, sprang für Locarno nicht mehr raus. Und der FCV zitterte die letzten Minuten dann doch einigermassen souverän den Sieg nach Hause. «Wir müssen einen 2:0-Vorsprung zu Hause souveräner runter spielen», so Orie nach der Partie.