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11. März 2010

Der Medienspiegel: FC Wil 1900 - FC Vaduz 1:1


Philipp Kolb schreibt im Liechtensteiner Vaterland:  

Vaduz zu schwach für einen Sieg in Wil (1:1)

1:1-Unentschieden trennten sich im Nachtragsspiel der FC Wil und der FC Vaduz im Bergholz Stadion. Dank einem Penaltytreffer durch Proschwitz (67.) konnte eine Niederlage vermieden werden.
Trotzdem: So wirds nichts mit dem Wiederaufstieg für den FC Vaduz. Die 620 Zuschauer sahen ein schwaches Spiel. Dies alles auf den gefrorenen Boden zu wälzen, wäre falsch. Beim FC Vaduz passte schlicht und einfach vieles nicht zusammen und nur mit hohen weiten Bällen zu agieren, von denen nur ein kleiner Bruchteil auch ankommt, kann kein Erfolgsrezept sein. Gnädig zeigte sich Schiedsrichter Jaccoet: Er ahndete ein Foul am eingewechselten Büchel, wodurch Proschwitz seinen 17. Treffer im 18. Spiel für Vaduz erzielen könnte. Die Situation war umstritten – jeder Schiedsrichter hätte diesen Penalty nicht gepfiffen. «Er hat mich erwischt. Das war keine Schwalbe», erklärte Büchel nach der Partie.

Heimschwaches Wil
Der FC Wil wartet damit weiterhin seit dem 8. November (1:0 gegen Le Mont) auf einen Heimsieg und unterstrich damit seine Heimschwäche. Wenn man weiter zurückblickt muss man gar bis zum 14. September (4:0 gegen Gossau) blättern um einen weiteren Heimsieg zu finden. Gestern waren die Wiler lange Zeit auf Siegeskurs. Die Ostschweizer waren bissig und kämpferisch gut eingestellt. Einige Male brannte es im Vaduzer Strafraum lichterloh. Doch richtig Zählbares schaute auch auf Wiler Sicht lange Zeit nicht heraus. Bis zur Szene in der 41. Minute, die wegen ihrer Klasse irgendwie gar nicht in dieses Spiel passte. Mario Schönenberger spedierte hierbei mit der Hacke den Ball geschickt zum in den Strafraum rennenden Cavusevic, der damit freistehend vor Deana nicht lange zögerte und zum 1:0 einschoss. Vaduz hatte bis zum Pausenpfiff gerade mal eine bessere Torchance. Nach 30 Minuten tankte sich Bader an zwei Gegenspielern vorbei und schickte Proschwitz steil. Dieser kam den berühmten Schritt zu spät.

Endspurt mit Lattenschuss
Nach der Pause das gleiche Bild im eiskalten Bergholz mit einer Ausnahme. In der 55. Minute brachte einer von den etlichen hohen Bällen Gefahr. Koitka brachte das Kunststück aber fertig dem Torhüter den Ball aus nächster Nähe in die Hände zu spielen. Vermutlich war er selber überrascht, dass die Taktik «mit hohen Bällen agieren» für einmal aufging. Hätte man gestern die Treffer nach Reklamieren und Herumschreien vergeben, wäre die Partie im übrigen etwa 5:5 ausgegangen. Das Schiedsrichter-Trio steuerte seinen Teil dazu bei, indem sie doch das eine oder andere Mal gehörig danebenlagen mit ihren Entscheidungen. So vielleicht auch in der 85. Minute als die Wiler einen weiteren Treffer erzielten, der aber wegen Abseits nicht zählte. Die Situation war hierbei zumindest umstritten und knapp. Vaduz hatte in der letzten Viertelstunde des Spiels trotz dieses Abseitstor seine beste Phase. Der eingewechselte Etemi, der erstmals in einem Meisterschaftspiel zum Einsatz kam, hätte den Vaduzern unverdientermassen die drei Punkte sichern können. Er knallte einen Ball aus kurzer Distanz an die Latte.

Kein Kommentar
Sicher nicht zufrieden waren die beiden Trainer Ryszard Komornicki und Pierre Littbarski. Letzter verschwand sehr schnell im Stadioninnern und war gegen Ende der Partie an der Seitenlinie ständig am fluchen und die Hände verwerfen. Komornicki reagierte auf eine Interviewfrage gehässig: «Nein! Heute nicht». Littbarski nahm dafür später Stellung: «Die erste Halbzeit haben wir verschlafen. Ich habe dabei auch die richtige Einstellung von meinem Team vermisst». Weiters meinte Littbarski: «Aufgrund der Chancen in der zweiten Halbzeit vor allem mit dem Lattenschuss haben wir hier zwei Punkte verloren».

Günther Böhler schreibt im Liechtensteiner Volksblatt:

Etemi vergibt Matchball

Die Littbarski-Truppe erreichte im Nachtragsspiel der 16. Runde beim FC Wil ein 1:1. Wechselspieler Safet Etemi hatte in der 88. Minute die Riesenchance auf den Siegtreffer, setzte den Ball aber an die Querlatte.
In fast der gleichen Besetzung wie zuletzt in Winterthur, Michael Stuckmann ersetzte Quirin Löppert und statt des gesperrten Franz Burgmaier rückte Dennis Kempe nach, traten die Residenzler die schwere Aufgabe in Wil an. Und Vaduz-Trainer Pierre Littbarski hatte wie im Vorfeld geäussert recht, denn die Partie war spielerisch wahrlich kein Leckerbissen. Bei eisigen Temperaturen lief auf hartem Terrain fast alles über den Kampf, den beide Teams mit viel Einsatz führten.
Fast 20 Minuten war im Sportpark Bergholz Abtasten angesagt, Chancen blieben beiderseits Mangelware. Die Littbarski-Schützlinge versuchten es meist mit hohen Bällen, allerdings ohne Erfolg. Und so dauerte es eine halbe Stunde bis die erste gefährliche Aktion für die Rot-Weissen notiert werden konnte. Pascal Bader tankte sich rechts durch und beförderte den Ball links neben das Wil-Gehäuse. Auch die Hausherren strapazierten den Notizblock nicht übermässig, dafür musste die Aktion, die zum 1:0 in der 41. Minute führte dick angestrichen werden: Mario Schönenberger bediente in sehenswerter Manier mit der Hacke Dzengis Cavusevic, der völlig freistehend aus kurzer Distanz unhaltbar einschoss.

Proschwitz per Elfmeter
Auch die zweite Hälfte war für die 620 Zuschauer nicht sonderlich erwärmend, denn es ging zunächst in derselben Tonart weiter. Quasi aus dem Nichts dann nach 55 Minuten die Riesenchance für die Vaduzer auf den Ausgleich, doch Kai Koitka bugsierte das Spielgerät aus drei Metern genau in die Hände von Wil-Goalie Davide Taini. Und praktisch im Gegenzug schoss Cavusevic vorbei. In der 67. Minute sollte sich dann der Wechsel von Martin Büchel, er kam für Diren Akdemir (60.), bezahlt machen. Der Ex-FCZ-Kicker wurde im Strafraum regelwidrig gelegt und Schiedsrichter Adrien Jaccotet zögerte keine Minute und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Passend zum Wetter verwandelte FCV-Goalgetter Nick Proschwitz - sein 17. Saisontreffer - eiskalt. Und ein weiterer FCV-Wechselspieler hätte zum Held des Abends werden können, doch Safet Etemi setzte zwei Minuten vor Spielende völlig alleinstehend den Ball an die Latte. Somit wurde also nichts aus dem ersten Vaduz-Sieg beim FC Wil seit fast sechs Jahren.

Stimmen zum Spiel
FCV-Coach Pierre Littbarski:
«Die erste Halbzeit haben wir verschlafen, da war die richtige Einstellung nicht vorhanden. Nach einer Kabinenpredigt haben sich die Jungs nach der Pause besonnen. Am Ende waren es zwei verschenkte Punkte, denn normalerweise macht Etemi solch einen Ball rein.»
FCV-Spieler Martin Büchel:
«Auch wenn es von aussen vielleicht so aussah, es war keine Schwalbe. Der Wiler hat mich klar berührt. Am Ende hatten wir sogar die Chance auf den Sieg, daher ist es ein etwas ärgerliches Remis. Insgesamt geht das 1:1 aber in Ordnung.»


FC Vaduz, Postfach 158, 9490 Vaduz, Fürstentum Liechtenstein, T +423 375 18 00, F +423 375 18 09, info@fcvaduz.li
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