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43. Cupsieg für den FC Vaduz

Marco Pescio / Liechtensteiner Volksblatt:

Vaduz mit standesgemässem Cupsieg – am Ende feierte aber Drittligist Triesenberg

Das 70. Liechtensteiner Cupfinale war eine einseitige Angelegenheit, bei der sich der haushohe Favorit problemlos durchsetzte. Super-League-Club FC Vaduz gewann gegen den Drittligisten Triesenberg mit 5:0. Das hinderte die «Bärger» aber nicht daran, ihren erstmaligen Finalvorstoss ausgelassen zu feiern.
Noch nicht einmal eine halbe Stunde des Cupfinales war gespielt, und schon hatte der FC Vaduz sämtliche Weichen auf Sieg gestellt. Am 43. Cup-Erfolg zweifelte weder beim FC Vaduz noch bei den rund 900 Zuschauern niemand mehr – verantwortlich dafür war die klare 3:0-Führung nach 29 Minuten. Der Super-League-Vertreter wurde vor allem in der Anfangsphase der Partie seiner Favoritenrolle gerecht, zeigte sich vor dem Tor äusserst effizient. Nico Abegglen drückte den Ball in der 21. Minute aus kurzer Distanz über die Linie und eröffnete damit den Vaduzer Torreigen. Wenig später erhöhten Philipp Muntwiler, nach einer sehenswerten Ballstafette (26.), und Pascal Schürpf (29.) auf 3:0. Das tapfer kämpfende Triesenberg wurde während acht Minuten regelrecht an die Wand gespielt, hatte vor allem im Mittelfeld oft das Nachsehen. Die Vaduzer besassen nicht nur die Lufthohheit, sondern liessen dem Gegner auch am Boden keinen Raum, um das Spiel aufbauen zu können.

Vaduzer B-Elf ohne Probleme

Der FCT spielte über 90 Minuten gesehen trotz allem mutig auf, hätte in der zweiten Hälfte gar den Ehrentreffer erzielen können. Fabian Eberle vergab in der 80. Minute jedoch die beste Chance des Zweitplatzierten der 3. Liga Gruppe 1. Er setzte den Ball, allein vor Keeper Oliver Klaus, neben das Tor.
Der FC Vaduz feierte letztlich einen lockeren Finalsieg – und konnte es sich dabei sogar leisten, viele seiner Leistungsträger zu schonen. Spieler wie Florian Stahel, Nicolas Hasler oder Franz Burgmeier sassen 90 Minuten lang auf der Ersatzbank, Peter Jehle, Diego Ciccone und Markus Neumayr nahmen gar auf der Tribüne Platz. Philipp Muntwiler kam nur zum Einsatz, weil der Mittelfeldantreiber für das Super-League-Spiel am Samstag gegen Luzern (17.4 Uhr, Liveticker auf «Volksblatt.li» wegen einer Gelb-Sperre nicht spielberechtigt ist.
FCV-Trainer Giorgio Contini gewährte jenen Akteuren Spielpraxis, die in der Meisterschaft weniger oft zum Zug kommen. Stürmer Abegglen dankte es ihm mit einem Torerfolg, genauso wie der eingewechselte Steven Lang, der in der 63. Minute mit einem satten Schuss unter die Latte das 4:0 markierte. Und auch das fünfte Vaduzer Tor bejubelte einer, der in der laufenden Saison aufgrund von Verletzungspech und grosser Konkurrenz noch nicht so häufig auflaufen durfte. Mario Sara, in diesem Spiel gar Kapitän, traf in der 90. Minute per Kopf zum 5:0. Sekunden später pfiff Schiedsrichter Sascha Amhof das 70. Liechtensteiner Cupfinale ab. Der FC Vaduz hatte damit ein wichtiges Saisonziel erreicht. Anfang nächster Saison wird er erneut an der Europa-League-Qualifikation teilnehmen dürfen.
Der 43. Cupsieg der Vaduzer kam wie erwartet zustande: Die Residenzler gewannen standesgemäss hoch und verdient. Auch deshalb hielt sich die Freude der Vaduzer in Grenzen. Viele waren mit dem Kopf wohl bereits in der wichtigen Schlussphase der Super-League, in der sich der FCV seinen Sechs-Punkte-Vorsprung auf Schlusslicht Aarau und damit den Klassenerhalt nicht mehr nehmen lassen will.

«Bärger» gaben beim Feiern Gas


Während die Vaduzer aufgrund des wichtigen Spiels am Samstag auf die ganz grosse Cupfeier verzichteten, liessen die «Bärger» keine Gelegenheit aus, ihre erste Finalteilnahme zu würdigen. Schon während des Spiels sorgten die zahlreichen Anhänger aus Triesenberg für tolle Stimmung im Sportpark. Für den ersten Auftritt in einem Cup-Endspiel liessen sich die Fans nicht nur spezielle T-Shirts anfertigen, sondern brachten gleich auch einen eigenen Pokal mit. Von Enttäuschung war beim klaren Finalverlierer nichts zu sehen. Im Gegenteil: Noch bevor sich der FC Vaduz fürs Siegerfoto hinter dem Banner mit der Aufschrift «Liechtensteiner Cupsieger 2015» versammelte, kam ihm das «Bärger»-Team zuvor. Mit der selbst mitgebrachten Trophäe jubelte die Truppe von Spielertrainer Lucas Eberle, als wäre sie es gewesen, die soeben im Finale triumphiert hatte. Die sympathische Aktion des Aus-senseiters entlockte so manchem Zuschauer ein Schmunzeln und gab dem ansonsten einseitigen, wenig spektakulären Finale doch noch eine besondere Note.

 

 

Ernst Hasler / Liechtensteiner Vaterland:

 

Vaduz sorgt für klare Verhältnisse

Der grosse Favorit und Titelverteidiger im Liechtensteiner Cup, der Super League-Verteter, FC Vaduz, schlug den Drittligisten FC Triesenberg im 70. FL-Cupfinale mit 5:0 (3:0)-Toren. Somit geht der Cupsieg zum 43. Mal in die Residenz. Rund 1000 Zuschauer wohnten dem Finale bei.

Dies ist eine europäische Rekordmarke. Vaduz übernahm vor knapp 1000 stimmungsvollen Fans im Sportpark Eschen-Mauren ab der ersten Minute das Tempodiktat und sorgte für eine frühe Vorentscheidung, denn Nico Abegglen (21.), Philipp Muntwiler (26.) und Pascal Schürpf (29.) erzielten innert acht Minuten drei Tore (3:0). Trotz dieser Zäsur fiel der Unterklassige in seiner Organisation nicht auseinander, blieb dem Konzept bis zuletzt treu. Vaduz holte sich den Titel zum 43. Mal – was europäischer Rekord ist. Kein anderes Team in Europa sammelte so viele Cup-Siege.

Triesenberg gab nie auf

Die Profis liessen den Underdog kaum gewähren, erzeugten viel Druck und sorgten auf dem Platz für eine klare Dominanz. Bei den Triesenbergern agierte der eine oder andere Akteur nervös, trotzdem wehrte sich der Underdog mit besten Kräften und strebte einen Ehrentreffer bis zuletzt an; der wollte einfach nicht gelingen. Steven Lang (63.) und Mario Sara (91.) fixierten stattdessen den 5:0-Endstand. Pikant: Bei Vaduz kam lediglich ein Liechtensteiner (Kaufmann) zum Einsatz, derweil bei Triesenberg insgesamt 13 der 14 eingesetzten Akteure Liechtensteiner sind.

FCV in der EL-Qualifikation

Dank des erneuten Cup-Gewinns ist Vaduz für die erste Quali-Runde der Europa League qualifiziert, die anfangs Juli durchgeführt wird.

 

Reaktionen nach Spielschluss:

Philipp Muntwiler (Vaduz): Wir wussten, dass wir mehr Qualität in unserer Mannschaft haben. Bis zum 1:0-Führungstreffer taten wir uns sehr schwer, danach lief das Spiel gut für uns, obwohl die Triesenberger ihre Aufgabe sehr gut gemacht haben. Nun freuen wir uns, europäisch spielen zu können und hoffen, mit ein wenig Losglück einige Sprünge vorwärts machen zu können.

Lucas Eberle (Triesenberg): Unser Ziel lautete, die Null so lange wie möglich zu halten.
Leider konnten wir den Ball zwei- oder dreimal nicht gut klären. Das darf man sich gegen einen Superligisten nicht erlauben. Das Resultat daraus war der frühe Rückstand unsererseits. Unser Vorsatz war, mit einem 0:0 in die Pause zu gehen, denn dann ist alles möglich. Trotzdem ist es super, wie meine Mannschaft Charakter zeigte und auch nach dem frühen 3:0-Rückstand weiter mitspielte. Nach diesem Spiel müssen wir uns jetzt aber gut regenerieren, da die Partie sehr kräfteraubend für uns war. Ich bin stolz auf die Mannschaft und bin mir des Weiteren sicher, dass unsere Siegesserie in der Meisterschaft nach einem solchen Spiel anhalten wird.

Daniel Kaufmann (Vaduz): Ich war wohl der einzige Liechtensteiner der Vaduzer auf dem Rasen. Dafür haben die Gegner mit zehn Liechtensteinern gespielt, um dies auszugleichen. Aber wir haben einen grossen Kader und die, die auf dem Platz gestanden sind, haben ihren Job gut gemacht. Ich war nicht überrascht, dass die Triesenberger phasenweise mitspielen konnten. Ich kenne ja fast alle und habe auch schon einige Spiele von ihnen gesehen. Deshalb wusste ich, dass sie einige gute Kicker im Team haben. Nichtsdestotrotz haben wir eine souveräne Leistung abgeliefert und verdient 5:0 gewonnen.

Andreas Biedermann (Triesenberg): Es wäre schön gewesen, die weisse Weste wahren zu können. Wir wussten aber, dass das gegen einen Superligisten eine Mammutaufgabe wird.

Giorgio Contini (Vaduz): Für uns war es positiv, dass das Tor so früh fiel. Ärgerlich war, dass wir einige Chancen ausgelassen haben und das Spiel so nicht klar entschieden haben. Als wir nach den ersten Toren das Tempo etwas reduziert haben, war es schön, dass die «Berger» auch gut mitgespielt haben. Hut ab vor den Triesenbergern, sie haben das sehr gut gemacht. Wir sind zudem sehr froh, dass wir einige Spieler für die Meisterschaft schonen und gleichzeitig einige Akteure Spielpraxis sammeln lassen konnten. Für uns ist es jetzt wichtig, neben dem Cup auch unser zweites Saisonziel, den Klassenerhalt in der Meisterschaft,zu erreichen.

Sebastian Beck (Triesenberg): Ich möchte nicht in einer höheren Liga spielen. Das wäre neben der Weiterbildung gar nicht möglich. Für mich ist der Spass am Fussball das Wichtigste und den haben wir in dieser Mannschaft auf jeden Fall.
Was ich unterschätzt habe, war das Tempo. Ich wusste ja, dass Vaduz schnell spielen würde, aber so habe ich das nicht erwartet. Leider haben wir früh Gegentore kassiert. Wir haben unser Ziel aber erreicht: Kämpfen bis zum Umfallen.




43. Cupsieg für den FC Vaduz