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Medienspiegel: FC Vaduz vs. FC Luzern 0:2

Marco Pescio / Liechtensteiner Volksblatt:

Vaduz wankt jetzt noch mehr

Fussball Abstiegssumpf. Das Team von ­Roland Vrabec enttäuscht über weite Strecken – und weist nach dem 0:2 gegen den FCL bereits fünf Punkte Rückstand auf.

Der Druck auf den FC Vaduz war vor dem Spiel noch einmal stark gestiegen. Da die direkte Konkurrenz am Vorabend Siege einfuhr, GC bezwang St. Gallen 3:1 und Lausanne siegte in Thun 4:2, stand der Tabellenletzte unter Zugzwang. Und ausgerechnet da hatte Trainer Roland Vrabec noch mit kurzfristigen personellen Problemen zu kämpfen: Kapitän und Abwehrchef Simone Grippo fehlte krankheitsbedingt und Diego Ciccone zog sich in der letzten Trainingseinheit eine Fussverletzung zu. Zudem fiel mit dem gesperrten Mario Bühler (4. Gelbe Karte) noch ein weiterer Innenverteidiger aus. Vrabec musste in der Abwehr also improvisieren – und er tat dies, indem er Thomas Konrad und Axel Borgmann im Zentrum aufstellte und Maurice Brunner und Maximilian Göppel auf den Aussenbahnen.

Doch diese neu formierte Abwehr sah sich schon nach 53 Sekunden ein erstes Mal überrumpelt. Nach einer Flanke von Christian Schneuwly liess Brunner dem Ex-Vaduzer Pascal Schürpf zu viel Platz, sodass dieser problemlos einnicken konnte. Die erste Minute des doch so wichtigen Heimspiels war noch nicht einmal verstrichen – und schon lag der FCV wieder in Rückstand. Doch wer dachte, dass der Tabellenletzte eine starke Reaktion auf das 0:1 zeigen würde, wie zuletzt etwa in Bern gegen YB (2:3), der wurde enttäuscht. Die Reaktion fiel allerhöchstens mäs­sig aus, und auch das nur phasenweise. Überhaupt sahen die offiziell 4255 Zuschauer im Rheinpark-Stadion eine äusserst schwache Super-League-Partie – oder «ein Spiel mit nicht dem allerhöchsten Tempo», wie es FCL-Spielmacher Markus Neumayr nach Abpfiff treffend beschönigte.

Letzter Heimerfolg im November

Luzern tat nach der Führung nicht mehr viel, er war aber auch nicht wirklich gefordert, weil der FC Vaduz nach dem frühen Schock Mühe hatte, ins Spiel zu finden. Und so plätscherte die Partie dahin, geprägt von ein paar mauen Versuchen des FCV, den Ausgleich zu erzielen. Albion Avdijaj hätte kurz vor der Pause mit seinem Kopfball das 1:1 machen können (oder müssen). Und der später eingewechselte Aldin Turkes scheiterte in der 77. Minute am ganz stark reagierenden Keeper Jonas Omlin. Es waren dies die zwei besten Tormöglichkeiten für den FCV – doch auch sie rissen den Zuschauer nicht wirklich vom Tribünensitz. Der Eindruck, der bis zum Schluss haften blieb: Der FC Vaduz agierte so, wie es ein abstiegsbedrohter Club eben tut; in seinen Bemühungen glücklos, ohne zündende Idee, ohne Durchschlagskraft. Der FCV versagte in einem Heimspiel einmal mehr. Zwar enttäuschte auch der Gegner aus der Innerschweiz. Doch dieser stand am Ende immerhin mit drei Punkten da, spät gesichert durch Stürmer Marco Schneuwly, der in der 92. Minute mit einem Flachschuss das 2:0 markierte. Für den FCL war es der erste Sieg nach zuletzt sechs sieglosen Partien in der Meisterschaft und dem bitteren Out im Cup-Halbfinale vom letzten Mittwoch (5:6 im Penaltyschiessen in Sion). Für den FC Vaduz bedeutete das 0:2 gegen Luzern hingegen die sechste Heimniederlage in dieser Spielzeit, der letzte Erfolg auf heimischem Terrain datiert gar vom 27. November (5:1 gegen Lugano). Auch das erklärt die schlechte Klassierung des FCV in der Tabelle. Sinnbildlich für den Vaduzer Auftritt war in der 80. Minute auch der Platzverweis gegen Maurice Brunner. Schiedsrichter Stephan Klossner zeigte dem Aussenverteidiger wegen Reklamierens die zweite Gelbe Karte, auch wenn Brunner damit überhaupt nicht einverstanden war.
Der FCV schaffte es nicht, an den frechen Auftritt in Bern anzuknüpfen. Gegen YB hatte er am Ende zwar verloren, doch er erweckte einen vielversprechenden Eindruck. Gestern aber zeigte er wieder ein anderes Gesicht. Als Quittung erhielt er den Fünf-Punkte-Rückstand auf den rettenden neunten Tabellenplatz – und einmal mehr einen moralischen Dämpfer.

 
Ernst Hasler / Liechtensteiner Vaterland:

Desaströse Leistung der Vaduzer

Der FC Vaduz kassierte in seinem ersten Heimspiel unter Neo-FCV-Trainer Roland Vrabec gegen den FC Luzern eine 0:2 (0:1)-Niederlage. Pascal Schürpf per Kopf (1.) und Marco Schneuwly (92.) erzielten die Tore.

Das Bemühen konnte dem FCV nicht abgesprochen werden, doch von Leben auf dem Platz war wenig zu sehen. Es fehlte der bedingungslose Wille und Kampfgeist. Das frühe 0:1 wirkte sich fatal auf den weiteren Spielverlauf aus. Dem FCV fehlten die spielerischen Mittel und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, um dem Spiel noch eine Wende zu geben. Somit liegt der FCV bereits fünf Zähler vom rettenden Ufer entfernt, da die Konkurrenten GC und Lausanne ihre Partien siegreich gestalteten.

Nach 53 Sekunden geriet der FCV schon in Rückstand

Nur 53 Sekunden stand die Null: Einen Flankenball von Christian Schneuwly köpfelte der Ex-Vaduzer Schürpf ins lange Eck; Brunner stand «Pate» und störte ungenügend (0:1). Der Schock sass tief und der FCV benötigte mehr als 20 Minuten, um in die Gänge zu kommen. Es fehlte die Leidenschaft, zudem ging wenig Gefahr aus, weil der FCV langatmig und nicht genügend zielstrebig agierte. Ein Muntwiler-Kopfball landete weit über dem Tor (9.), eine Göppel-Flanke wurde immer länger, bedeutete aber keine Gefahr (26.) und die beste Möglichkeit erarbeitete sich Hasler, der in den Strafraum zog, doch seinen Rückpass erreichte Avdijaj nicht, da Torhüter Omlin den Ball noch leicht ablenkte (28.). Ein Costanzo-Freistoss landete deutlich über dem Kasten (32.) und schliesslich tauchte Avdijaj zweimal gefährlich vor Omlin auf: Die erste Möglichkeit verstolperte er (40.) und beim Kopfball aus fünf Metern brachte er das Kunststück zustande, den Ball ins Aussennetz (Pfostenstreifer?) zu setzen (46.+). Luzern kam zwar zu einer weiteren Torchance, als Borgmann den Ball im Strafraum vertändelte, doch Costa scheiterte, letztlich bereinigte der Deutsche (44.). Die Halbzeitführung der Gäste, die keineswegs berauschend gespielt hatten, war schmeichelhaft.

Es fehlte wiederum die Kaltschnäuzigkeit

In der zweiten Halbzeit blieb die Partie ohne grosse Höhepunkte. In der Nachspielzeit markierte Marco Schneuwlydas 0:2. Einen Juric-Flachschuss klärte Siegrist mittels Fussabwehr zu Neumayr, der steckte den Ball auf Schneuwly durch, der aus der Drehung ins lange Eck traf. Zuvor hatte es der FCV verpasst, die wenigen Torchancen zu nutzen.

Nach einem gut ausgeführten Eckball schlug Avdijaj neben den Ball (47.). Dieser Standard war eher die Ausnahme, denn ansonsten führte der FCV seine Standards (Eckbälle/Freistösse) sehr schlecht aus. Ein Kukuruzovic-Volley fiel zu zentral aus (54.). Als Janjatovic viel Raum vorfand, zog er seinen Schuss überhastet neben den Kasten (60.). Die Partie plätscherte dahin. Turkes köpfelte übers Tor (75.) und nach einem scharfen Göppel-Querpass lenkte Turkes gut ab, doch Torhüter Omlin parierte stark zur Ecke (77.). Im Finish scheiterte Muntwiler mit einem Hinterhaltschuss am Gästekeeper (87.).

Vom Vorhaben, aufs Tempo zu drücken und die Gäste nach ihrem Cupfight in Sion zu zermürben, war wenig zu sehen. Der FCV war viel am Ball, doch vorne fehlte das Spiel ohne Ball. «Da wir nicht davon ausgingen, so früh in Rückstand zu geraten. Wir wollten das Spiel lange offen halten und sie dazu bringen, dass sie einen Schritt weniger machen. Es war für Luzern einfach, gut zu verteidigen. Das hat uns nicht gut getan und war nicht gut lösbar», urteilte FCV-Trainer Roland Vrabec.

Auf der Gegenseite schoss Juric Muntwiler an (52.), zweimal klärte Siegrist gegen Neumayr (77./85.) gut. Damit war die Sache gegessen, denn beim FCV fehlte der Glaube noch etwas bewirken zu können, zumal Brunner, der einen sehr schlechten Tag einzog, nach Reklamierens mit einer gelb-roten Karte vom Platz flog (81.). Unter dem Strich muss sich der FCV selbst an der Nase nehmen, denn die spielerischen und kämpferischen Mittel waren am gestrigen Tag gegen ein relativ schwaches Luzern ungenügend.




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