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FC Vaduz vs. FC St Gallen 1:1

Marco Pescio / Liechtensteiner Volksblatt:

Schon wieder er – Costanzo stoppt den FCSG bei Barnetta-Comeback

Der FC Vaduz bleibt in der Super League gegen den FC St. Gallen weiterhin ungeschlagen. Die Serie erweitert sich zum Rückrundenauftakt um ein elftes Kapitel. Das dem so ist, liegt an einem späten 1:1-Ausgleichstor von Moreno Cos­tanzo, der damit bereits zum fünften Mal in Folge gegen die St. Galler trifft.

Moreno Costanzo, wer sonst? Er ist ehemaliger St. Galler, hat in den vorherigen vier Partien gegen die Ostschweizer jeweils in den ersten zehn Minuten für die Vaduzer Führung gesorgt – und nun ist er im regionalen Derby schon wieder der gefeierte Mann. Die Affiche Vaduz gegen St. Gallen ist und bleibt eine ganz spezielle, gerade weil sie solche Geschichten schreibt. Und auch, weil sie stets viele Leute ins Stadion lockt. Zum Rückrundenauftakt waren es 5849 Fans, die sich das Kräftemessen der beiden Clubs nicht entgehen lassen wollten.
Diese sahen in der 82. Minute, weshalb Moreno Costanzo nach wie vor ganz viel fussballerische Klasse nachgesagt wird. Nach einer ebenso herrlichen Chip-Vorlage von Simone Grippo nahm Costanzo den Ball mit der Brust an, machte ein zwei Finten und schob die Kugel dann lässig an Goalie Daniel Lopar vorbei ins Tor. Das war das späte 1:1, das der FCV schon so lange gesucht, aber einfach nicht gefunden hatte. Und es war letztlich auch das Schlussresultat, das vor allem die St. Galler ärgerte, weil sie die Partie nach starkem Beginn wieder aus der Hand gaben.

Barnettas zwei Pfostenschüsse

Am Anfang dieses elften Super-­League-Duells zwischen Vaduz und St. Gallen waren es die Gäste, die für mächtig Tempo sorgten. Die Liechtensteiner schienen in den ersten 20 Minuten komplett überfordert, waren nur damit beschäftigt, die St. Galler Angriffswellen in Zaum zu halten. Angefeuert vom lautstarken Gästeblock erspielte sich der FCSG Chance um Chance. Und mitten drin: Rückkehrer Tranquillo Barnetta. Die alte und neue St. Galler Identifikationsfigur war dem Führungstor am nächsten. In der elften Minute zirkelte er einen Freistoss an den Innenpfosten, wenige Sekunden und einen Eckball später schoss er aus kurzer Distanz wieder nur ans Aluminium. Die Vaduzer konnten sich glücklich schätzen, dass sich die St. Galler Überlegenheit nicht auf den Spielstand auswirkte. Zumindest vorerst. Denn in der 40. Minute fiel das Gegentor dann doch: Keeper Benjamin Siegrist konnte erst einen Schlenzer von Barnetta noch abwehren, beim Nachschuss von Albian Ajeti war er aber machtlos. Das 1:0 war zu diesem Zeitpunkt hochverdient, Vaduz steigerte sich nach der Startphase zwar ein wenig, doch St. Gallen hatte die Partie weitgehend im Griff und verzeichnete vor allem ein klares Chancenplus.
Der Ärger der St. Galler nach dem Spiel war verständlich, liessen sie den FC Vaduz doch nach der Pause immer besser ins Spiel finden. Das Team von Giorgio Contini nutzte die Räume gut aus, wurde mit schnellen Angriffen immer wieder gefährlich: Der eingewechselte Pascal Schürpf brachte Schwung in die FCV-Offensive, gleich nach Wiederanpfiff kam er zu seiner ersten Möglichkeit (47.). Die noch bessere Chance hatte Costanzo in der 60. Minute, doch auch er setzte seinen Flugkopfball über statt in das Tor. Weniger später kamen die Vaduzer sogar zu einer Dreifachchance – doch weder Costanzo (zweimal) noch Axel Borgmann schafften es, die angespannten FCV-Fans auf der Tribüne zu erlösen.
Das gelang Costanzo erst in der 82. Minute – dann war der Jubel dafür umso ausgelassener. Der 28-jährige frühere Schweizer Nationalspieler markierte seinen fünften Saisontreffer. Aber was viel mehr ins Auge sticht: Es ist auch sein sechstes Tor gegen St. Gallen in den letzten fünf Begegnungen. Ein Topwert des FCV-Offensivallrounders, auch wenn sich dieser nach der Partie gewohnt bescheiden gab: «Ich habe Glück gehabt, dass ich noch einen reingemacht habe. Eigentlich hätte ich schon davor zwei Tore schiessen müssen.» Unrecht hat er damit nicht, doch das verkam in der Endabrechnung zur Randnotiz. Insgesamt war die Punkteteilung, in Anbetracht der erstklassigen Chancen, «nicht gestohlen», wie Trainer Contini nach dem Spiel erklärte. Hätte allerdings Ajeti in der 66. Minute bei seiner erstklassigen Chance einfach geradeaus geköpfelt statt – aus unerfindlichen Gründen – quer, dann hätte das Spiel ganz anders aussehen können.

Rote Laterne bleibt in Vaduz

Da Thun schon am Samstag ein 1:0 gegen die Grasshoppers feierte, bleibt der FC Vaduz das Schlusslicht der Liga. Der Abstand zum Vorletzten Lugano beträgt einen Punkt. Trotzdem: Für die Moral und den Abstiegskampf war das Remis gegen St. Gallen viel wert. Der FCV offenbarte im Abschluss noch jede Menge Steigerungspotenzial, aber er hat in kämpferischer Hinsicht – die schlechten ersten 20 Minuten ausgenommen – überzeugt.     
Ernst Hasler / Liechtensteiner Vaterland:

Die unglaubliche Serie geht weiter

Der FC Vaduz und der FC St. Gallen trennen sich in einem wahren Abnützungskampf 1:1 (0:1)-Remis. Ajeti schoss die Gäste kurz vor dem Seitenwechsel in Front (40.), Costanzo fixierte nach Einzelleistung den 1:1-Ausgleich (82.).

Der FC Vaduz zeigte nach dem Halbzeittee eine klare Leistungssteigerung und hätte sich aufgrund der zahlreichen Hochkaräter mit einem Sieg belohnen können. Somit geht die unglaubliche Serie in derSuper League weiter: Elf Spiele mit sieben FCV-Siegen und vier Remis. St. Gallen gefiel nur im ersten Abschnitt, fiel in der zweiten Halbzeit merklich zurück, war aber bei seinen Kontern keineswegs ungefährlich.

Barnetta traf zweimal den Pfosten

Als sich die Teams bereits der Halbzeit zuwendeten, gelang St. Gallen doch noch die 0:1-Führung: Ajeti schob einen Abpraller aus nächster Nähe ein, nachdem Torhüter Siegrist einen Barnetta-Schlenzer zur Seite geklärt hatte. Sie fiel verdientermassen, denn von Anbeginn ergriff das Gästeteam die Initiative. Vor allem unter dem Diktat des spielstarken Gelmi erarbeiteten sich die Gäste klare Torchancen. Barnettas Freistoss landete am linken Pfosten, Toko kam nicht an den Ball, und Burgmeier bereinigte drei Meter vor dem leeren Tor (11.). Nur eine Zeigerumdrehung später schoss Barnetta aus der Drehung, und erneut prallte der Ball vom Pfosten ins Feld zurück (12.); Siegrist konnte den Ball klemmen (12.). Zuvor schlenzte Buess den Ball aus 14 Metern übers Tor (4.) und nach einem Barnetta-Ablenker kullerte der Ball knapp neben dem Pfosten in Behind (9.).

In der Folge hatte sich die Partie abgeflacht, St. Gallen war nicht mehr so dominant wie in der Startviertelstunde. Trotzdem vermisste man die erfrischende Gangart beim Gastgeber, die Offensivkräfte konnten sich kaum einen Vorteil verschaffen. Als Cic- cone auf der rechten Angriffsseite von den Espen vergessen wurde, fehlte nur noch ein Abnehmer im Zentrum (25.). Eine erste Aufregung entstand, als Wittwer FCVCaptain Burgmeier im Strafraum mittels Bodycheck vom Ball trennte, doch Ref Amhof pfiff nicht (37.). Entscheidend war, sein Angriff galt zuerst dem Mann und danach dem Ball. «Es war wohl eher nicht ein Foul», erklärte FCV-Trainer Giorgio Contini, der auch Burgmeier dazu befragt hatte. Stattdessen fiel auf der Gegenseite der Führungstreffer der Gäste. Vor allem spielerisch zeigten die Ostschweizer eine starke erste Halbzeit, derweil beim FCV kaum etwas wunschgemäss lief. Meist blieben die Bemühungen Stückwerk, zumal die Offensivkräfte auch die Bälle in der Angriffszone nicht halten konnten.

Costanzo vergab zwei Hochkaräter und traf

In der Halbzeit kam Schürpf für Burgmeier. «Ich musste etwas machen, eine neue Belebung reinbringen», begründete Contini seinen Personalentscheid. Und die Einwechslung trug tatsächlich zu einem veränderten Spiel bei, denn der Eingewechselte vergab innert 83 Sekunden zwei Hochkaräter: Zuerst fehlte nach 39 Sekunden seine Entschlossenheit (Haggui blockte ihn) und beim zweiten Abschluss fiel sein Schuss aus sechs Metern zu harmlos aus, Torhüter Lopar klärte zur Ecke (47.). Zumindest vermittelte dieses kurze Aufbäumen den Ein- druck, dass die Mannschaft wieder den Anschluss finden kann. Und die kapitalen Chanen sollten folgen: Zuerst schlenzte Ciccone den Ball über den Kasten (51.), Costanzo köpfelte einen Schürpf-Flankenball völlig freistehend aus neun Metern übers Tor (60.), Costanzo lief solo Richtung Lopar, doch der lenkte den Schuss zur Ecke (64.), und Schürpf köpfelte aus sieben Metern völlig ungedeckt den Ball neben den Kasten (80.). Im dritten Anlauf war Costanzo schliesslich erfolgreich: Er übernahm das hohe Grippo-Zuspiel, überhob Haggui, lief auf Lopar zu und traf zwischen den Beinen ins lange Eck (1:1). Völlig verdient, denn der FCV war die deutlich bessere Elf im zweiten Abschnitt. Mittels Kopfball waren Avdijaj (64.) und Schürpf (80.) in aussichtsreichen Positionen ebenso gescheitert.

Logischerweise fanden die Espen Konterchancen vor, doch bis auf einen Kopfball von Ajeti aus zwei Metern, nachdem Torhüter Siegrist am abgelenkten Flankenball vorbeigelaufen war (66.), waren die Abschlüsse von Wittwer (74.), Aratore, der das Aussennetz traf (77.) als Halbchancen zu bewerten. Die FCVLeistungssteigerung nach einer desolaten ersten Halbzeit blieb in der Rückschau der positive Aspekt.





FC  Vaduz vs. FC St Gallen 1:1