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FC Vaduz vs. FC Basel 1:1

Marco Pescio / Liechtensteiner Volskblatt:

Eine Moralspritze zur rechten Zeit

 Der FC Vaduz gibt die richtige Antwort auf zuletzt turbulente Wochen. Im Rheinpark-Stadion erspielt sich das Team von Giorgio Contini gegen Leader Basel ein 1:1. Costanzo wäre in der Schlussphase beinahe noch ein Lucky-Punch gelungen.

«Diese Szene wird mir wohl die nächsten Tage noch Kopfschmerzen bereiten», sagte Moreno Costanzo nach Abpfiff im Kabinentrakt. Die Szene, die er ansprach, gab nach der Partie tatsächlich noch viel zu reden. In der 81. Minute hätte der Vaduzer Offensivakteur die grosse Möglichkeit gehabt, das 2:1 zu erzielen. Es wäre womöglich siegbringend gewesen und hätte dem kleinen Super-League-Club nicht nur die ersten drei Punkte gegen das grosse Basel beschert, sondern auch den erhofften Tabellenplatz über dem Strich. Der FC Vaduz vermochte die Überzahlsituation kurz vor Schluss aber nicht zu nutzen: Costanzo legte sich den Ball ein bisschen zu weit vor und schoss Goalie Tomas Vaclik an, nachdem er von Stjepan Kukuruzovic (womöglich einen Tick zu spät) lanciert wurde.

Starker Kukuruzovic

Dass nach Spielschluss in Vaduz einige mit dem verpassten Sieg haderten, spricht klar für die Leistung der Liechtensteiner. Dem FC Vaduz gelang die richtige Antwort auf zuletzt ungemütliche Wochen: Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Lugano, dem frustrierenden 3:4 in Thun, dem geräuschvollen Abgang von Pascal Schürpf und der zunehmenden Kritik der Fans war die Partie gegen Basel endlich wieder einmal ein Aufsteller. Der FCV machte es dem Serienmeister vom Rheinknie schwer, sein gewohntes Spiel durchzuziehen. Es war der freche und mutige Auftritt, den sich Trainer Giorgio Contini vor dem Spiel wünschte. Angeführt von einem starken und spielfreudigen Kukuruzovic, der seine Form wiederfand, hielt Vaduz gegen den Leader gut dagegen.
Basel hatte mehr Ballbesitz und kontrollierte das Spiel weitgehend, dennoch trat die Equipe von Urs Fischer nicht unwiderstehlich auf. Nach dem emotionalen 3:1 im Cup gegen Erzrivale Zürich schien Rotblau in Vaduz zeitweise auf Energiesparmodus umgeschaltet zu haben. Vor allem zu Beginn der Partie bekamen die 4345 Zuschauer nicht viel zu sehen. Das 1:0 für den FCB fiel nach einer mauen Startphase. Luca Zuffi, der im Sechzehner sträflich alleine gelassen wurde, schob ohne Probleme in die rechte untere Torecke ein. Der FC Basel war so ohne grossen Aufwand zur Führung gekommen – doch er war sie dafür auch gleich wieder los: Nur vier Minuten später schloss Albion Avdijaj eine starke Kombination über Diego Ciccone und Dejan Janjatovic mit dem Tor zum 1:1 ab. Avdijaj bejubelte sein zweites Saisontor, dem er wenig später beinahe noch das dritte folgen liess. Sein Schuss, mit links, in der 43. Minute klatschte aber nur an die Querlatte. Einen Aluminiumtreffer gab es auch auf der anderen Seite zu verzeichnen: Gleich nach der Pause hatte Davide Callà seinen Flachschuss an den Innenpfosten prallen sehen.

Kritik vor dem Match

Weil der FCV, im Gegensatz zu den vorherigen Rückrundenspielen, für einmal nicht ganz so effizient auftrat, bleibt er das Schlusslicht der Liga. Punktgleich mit Aufsteiger Lausanne, das allerdings das deutlich bessere Torverhältnis aufweist. Die Leistung dürfte die zuletzt immer kritischer gewordenen Anhänger aber wieder etwas versöhnlich gestimmt haben. Ganz ohne Kritik an Cheftrainer Contini und Sportchef Bernt Haas ging es aber auch im Heimspiel gegen Basel nicht: Auf der Tribüne waren Banner mit den Schriften «Contini raus» und «Haas raus» zu sehen. In sportlicher Hinsicht war der (nicht budgetierte) Punktgewinn gegen den Meister aber eine Moralspritze zur rechten Zeit.  
 
Ernst Hasler / Liechtensteiner Vaterland:

Schlusslicht trotzt Leader Punkt ab

Der FC Vaduz knöpfte dem souveränen Tabellenführer der Super League, dem FC Basel, in einem intensiven Spiel einen Zähler ab. 1:1 (1:1) endete der Abnützungskampf, in dem Zuffi (27.) und Avdijaj (31.) die Tore erzielten.

Endlich nahm der FCV sein Herz in die Hand und lebte gegen den Ligakrösus viel Leidenschaft vor. Vor allem getraute sich die Contini-Elf nach Ballgewinnen nach vorne. In der 81. Minute vergab der FCV nach einer 3:1Überzahlsituation sogar den Matchball, doch Costanzo scheiterte an Torhüter Vaclik respektive Verteidiger Lang. Sowohl Avdijaj (43.) als auch Callà (47.) verzeichneten einen Aluminiumtreffer, wobei der FCB ein leichtes Chancenplus aufwies. Unter dem Strich ein verdientes Remis, das im Abstiegskampf möglicherweise rettend sein kann. Trotzdem bleibt die Kritik an FCV-Trainer Giorgio Contini haften, zumal erstmals auf der Tribüne Transparente mit «Contini raus» und «Haas raus» zu sehen waren.

Zwei Tore und ein Lattenschuss von Avdijaj

Nur wenige Minuten beschränkten sich die beiden Teams auf ein Abtasten. Hüben wie drüben ist die Offensive gesucht worden. Nachdem die rechte FCV-Abwehrseite entblösst war, fiel die Gästeführung: Gaber bediente Zuffi, der den Ball annahm und aus elf Metern ins rechte, untere Eck traf (0:1). Der FCV reagierte stark und nach einer herrlichen Kombination über mehrere Stationen fiel der Ausgleich: Ciccone bediente Janjatovic,der chippte den Ball auf Avdijaj, der den Ball aus sechs Metern unter die Latte jagte (1:1).

Die Partie wog hin und her, Abschlüsse gab es auf beiden Seiten zuhauf. Ein Janjatovic-Kopfball fiel zu harmlos aus (4.), ein Kukuruzovic-Kracher konnte Torhü- ter Vaclik erst im Nachfassen bändigen (28.) und Pech hatte Avdijaj, der den Ball aus elf Metern an die Querlatte hämmerte, statt ein Eck anzuvisieren (43.). Auf der Gegenseite schoss Lang zu zentral (6.), Balanta köpfelte übers Tor (7.), Callà hämmerte das Leder in den zweiten Stock (18.) und Doumbia verfehlte einen Callà-Querpass um Zentimeter (26.). Als Bühler ungenügend klärte, verzog Doumbia haarscharf (40.). Ein abwechslungsreiches Spiel, in dem der FCV kompakt zutage trat.

In der zweiten Halbzeit musste der FCV zuerst einmal das Glück beanspruchen, denn ein Callà-Weitschuss prallte vom Innenpfosten ins Feld zurück (47.). Sekunden zuvor hatte Elyounoussi einen Schlenzer aus der zweiten Reihe knapp neben das Tor gesetzt (46.). Ein Doumbia-Kopfball landete ebenfalls haarscharf neben dem Tor (62.) und das war's mit der Basler Herrlichkeit, denn die Einwechslungen führten zu keiner Verbesserung des schematischen Spiels der Basler, die oft mit hohen, langen Bällen ins Zentrum operierten, doch Konrad und Bühler waren zur Stelle.

Der FCV spielte aus einer verstärkten Defensive, suchte zwar nach Ballgewinnen die Offensive, doch fehlte es oft am «letzten Pass», um Torgefahr zu erzeugen. Ein Ciccone-Fernschuss fiel unpräzise aus (66.), nach einem Balante-Patzer fand der FCV eine 3:1Überzahlsituation vor, weshalb sogar sogar der FCV-Siegestreffer in der Luft lag, doch Costanzo scheiterte an Torhüter Vaclik respektive Lang, der zur Ecke klärte (81.). Aufgrund der Leistung im ersten Abschnitt hat sich der FCV den Punkt verdient. Ein Sieg wäre zwar möglich gewesen, aber wohl doch des Guten zu viel, weil im FCV-Spielaufbau aus der Abwehr heraus die Fehlerquote relativ hoch war. Wichtig wird nun sein, dass gegen GC und Lausanne endlich auch Siege eingefahren werden.





FC Vaduz vs. FC Basel 1:1