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FC Luzern vs. FC Vaduz 3:0

Marco Pescio / Liechtensteiner Volksblatt:

Neumayr und Co. fügen dem FCV den nächsten Rückschlag zu

Nach dem 5:1-Erfolg über Lugano folgt für den FC Vaduz gleich am darauffolgenden Spieltag wieder ein Dämpfer. Das Team von Giorgio Contini hält knapp eine Halbzeit mit, muss am Ende aber doch eine glasklare, verdiente 0:3-Niederlage einstecken. Der Ex-Vaduzer Markus Neumayr trifft dabei schon wieder gegen den FCV.

In der 41. Minute brach beim FC Luzern der Bann. Es war die Erlösung nach einem zuvor lange Zeit vergeblichen Anrennen des Heimteams – und der Startschuss für ein Offensivfeuerwerk, das bis weit in die zweite Halbzeit hineinreichen würde. Das 1:0 war Tatsache. Und der Torschütze hiess, natürlich, Markus Neumayr. Der frühere Vaduzer, der am Spieltag zuvor von Trainer Markus Babbel eine schöpferische Pause erhielt, traf mit einem flachen Schuss und etwas Glück zum 1:0. «Mac» profitierte davon, dass Keeper Peter Jehle auf dem falschen Fuss erwischt wurde und Philipp Muntwiler und Mario Bühler sich gegenseitig behinderten.

Es war Neumayrs drittes Spiel gegen den FC Vaduz seit seinem Wechsel in die Innerschweiz im Januar dieses Jahres – und der Deutsche feierte auch bereits seinen dritten Treffer gegen seine ehemaligen Teamkollegen. Bereits im Frühling, bei der Vaduzer 1:5-Schlappe in Luzern, hatte Neumayr doppelt getroffen. Im jüngsten Aufeinandertreffen, an diesem bitterkalten Dezemberabend, war für ihn nach 65 Minuten Schluss. Babbel nahm seinen Landsmann vom Feld, ersetzte ihn durch das 17-jährige Jungtalent Filip Ugrinic, der gerade mit einem Profivertrag bis 2020 ausgestattet worden war, wie unmittelbar nach Abpfiff bekannt gemacht wurde.

Hyka mit Doppelpack

Babbel konnte es sich gut leisten, seinen Regisseur auszuwechseln, denn die Partie war zu diesem Zeitpunkt bereits gelaufen. Es stand 3:0 – und der FC Vaduz machte schon da nicht mehr den Anschein, als dass er an einem ungefährdeten FCL-Heimsieg etwas ändern könnte oder würde. Die Vaduzer bekamen nach Neumayrs Auswechslung erstmals Zeit, sich wieder etwas zu sammeln. Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde der FCV vom Tabellenvierten nämlich regelrecht überfahren. Jahmir Hyka besorgte in der 51. Minute mit einem platzierten Schuss in die weiter entfernte Ecke das 2:0, um nur sieben Zeigerumdrehungen später bereits seinen zweiten Treffer zu bejubeln. Diesmal nach einem trockenen Flachschuss – nach einer starken, aber auch etwas glücklichen Ballstafette der Luzerner. Vaduz konnte froh sein, dass es in dieser Phase nicht noch häufiger hinter Jehle einschlug. Der FCV-Torhüter musste gleich zweimal sein ganzes Können aufbringen, um eine höhere Niederlage zu verhindern: In der 55. Minute nach einem Schuss von Francisco Rodriguez und sieben Minuten danach gegen Ricardo Costa. Letzterer war es auch, der dazwischen eine Riesenmöglichkeit ausliess, indem er den Ball aus kurzer Distanz überraschend deutlich – und zum Entsetzen der einheimischen Fans – über das Gehäuse knallte (56.).

Erneut viel zu harmlos

Der Luzerner Sieg schien bereits nach etwas mehr als einer Stunde Tatsache zu sein. Danach brachte der Europacup-Aspirant den Spielstand locker und problemlos über die Zeit. Vom FC Vaduz kam viel zu wenig. Hin und wieder mal ein Angriffsversuch, doch dieser war meist wenig durchdacht und deshalb stets harmlos. Die beiden Gegentore nach der Pause hatten dem Tabellenschlusslicht den Glauben an einen Punktgewinn geraubt – so machte es jedenfalls den Anschein. Vor dem Seitenwechsel hatten sich die Liechtensteiner bedeutend mehr (zu-)getraut. In der 31. Minute hätte Stjepan Kukuruzovic seine Farben gar in Führung bringen könnte, wenn er seinem strammen Schuss nur ein bisschen präzisere Flugdaten mitgegeben hätte. So aber zischte der Ball ganz knapp am rechten Pfosten vorbei. Luzern war zwar schon in der ersten Halbzeit das aktivere Team, doch schaffte es der FCV immerhin, sich selbst ebenfalls immer wieder in Szene zu setzen.

Insgesamt war das aber deutlich zu wenig, um in Luzern einen Punktgewinn zu feiern. Das 0:3 vor 12 166 Zuschauern in der swissporarena war schon die zehnte Vaduzer Niederlage in der laufenden Saison. Der FCV bleibt damit Tabellenletzter. Er hat es verpasst, nach dem 5:1-Erfolg gegen Lugano nachzudoppeln – und er hat es verpasst, sich im engen Abstiegskampf zumindest ein bisschen mehr Luft zu verschaffen.

 

 

Ernst Hasler / Liechtensteiner Vaterland:


Und wieder ein unnötiger Dämpfer

Nach dem 5:1-Sieg gegen den FC Lugano kassierte der FC Vaduz am Samstag in Luzern eine 3:0 (1:0) Klatsche. Hyka mittels Doublette (52./58.) sowie der Ex-Vaduzer Neumayr (41.)erzielten die Tore.

Von Selbstbewusstsein war in den Reihen des FC Vaduz wenig zu sehen. Die Residenzler enttäuschten, liessen die Cleverness vermissen, zeigten wenig Mut, agierten mit wenig Durchsetzungsvermögen und verloren verdientermassen gegen ein effizientes Luzern, das die FCV-Fehler resolut ausnutzte, wie beispielsweise beim 1:0.

Patzer trägt Luzern die Halbzeitführung ein

Von Anbeginn ergriff der FC Luzern die Initiative, liess Ball und Mann etwas geschickter laufen als der FCV. Auch die sogenannten «zweiten Bälle» holten sich meistens die Innerschweizer. Es sah bereits nach einem torlosen Remis zur Halbzeit aus, da traf der Ex-Vaduzer Neumayr dennoch, wobei der FCV tatkräftig mithalf. Costanzo bediente seine Innenverteidiger mit einem hohen Rückpass, Muntwiler verlor das Duell gegen Christian Schneuwly, der Neumayr bediente und Jehle mit einem haltbaren Schuss aus elf Metern bezwang (1:0).

Der FCV-Keeper stand schon zuvor vermehrt im Fokus des Geschehens: Zuerst lenkte er einen abgelenkten Itten-Schuss zur Ecke (15.), fischte einen tückischen Zufallspass in den Rücken der FCV-Abwehr vor Christian Schneuwly (18.) und hielt einen Rodriguez-Schuss ins nahe Eck (25.). Sekunden zuvor hatte sich Muntwiler in einen Rodriguez-Ablenker geworfen. Ein Itten-Schlenzer sah schliesslich gefährlicher aus, als der Ball tatsächlich in Behind ging (22.). Der FCV suchte jede Möglichkeit, um nach vorne zu kommen, doch fehlte die Durchschlagskraft oder die Präzision beim «letzten Pass». Dennoch verpasst der FCV den Führungstreffer, als Kukuruzovic aus 19 Metern abzog, doch sein leicht abgelenkter Schuss verfehlte das Tor haarscharf (31.).

Unter dem Strich hatte sich Luzern die Führung mit Geduld erarbeitet, wobei ein kapitaler FCV-Eigenfehler tatkräftig mit- half.

Luzerner Effizienz besiegelt FCV-Schicksal

In der zweiten Halbzeit hielten die Luzerner den Ball geschickt im Spiel, kombinierten präzise und lebten Effizienz vor. Hyka verwertete ein Christian-Schneuwly-Zuspiel mittels Schlenzer ins Sei- tennetz (2:0) und Hyka doppelte nach; er jagte den Querpass, der vom Absatz von Itten vor seinen Füssen landete, volley ins Netz (3:0). Danach war das Spiel praktisch gelaufen, dennLuzerns Trainer Markus Babbel nahm die Torschützen Hyka und Neumayr vom Platz und der FCV war nicht imstande, zwingende Torchancen zu kreieren. Turkes köpfelte aufs Tordach (67.), sein zweiter Abschluss glich einer Rückgabe (74.) und der dritte Schuss landete im Nachthimmel (93.). Schürpf nahm die Brust, statt mit dem Kopf abzuschliessen (81.) und ein Ciccone-Schuss verunglückte komplett (83.).

Auffallend war die Tatsache, dass der FC Luzern die Lufthohheit besass, dennoch suchten die Residenzler immer wieder das hohe Zuspiel. «Das war generell nicht unser Matchball, doch die hohen Bälle sind aus dem Gedränge entstanden, weil Luzern hoch gepresst hat», stellte FCV-Trainer Giorgio Contini klar und ergänzte: «Unsere Optionen lauteten, in die Tiefe vorzustossen, wie Hasler in der ersten Halbzeit, doch leider waren unsere Zuspiele schlecht.»




FC Luzern vs. FC Vaduz 3:0