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Medienspiegel: FC Basel vs. FC Vaduz 2:2

Marco Pescio / Liechtensteiner Volksblatt:

Brunner nach 2:2: «Hadern bringt uns auch nicht mehr Punkte ein»

Spieler und Trainer des FC Vaduz taten nach dem aufwühlenden Auswärtsspiel beim Tabellenführer FC Basel das einzig Richtige: Sie richteten den Blick nach vorn. Und da warten nun die wohl entscheidenden Spiele.

Zumindest in einem Punkt waren sich nach dem 2:2 in Basel alle einig: Der FC Vaduz hatte an diesem Abend vor offiziell 23 999 Zuschauern – es waren wohl deutlich weniger – eine starke Vorstellung abgeliefert. Er hatte den Ligakrösus an den Rand einer Niederlage gebracht. Da Seydou Doumbia in der 93. Minute aber den viel diskutierten Ausgleich für Basel erzielte (siehe Seite 11), musste sich der FCV mit einem Punkt begnügen. Als sich die Gemüter nach Abpfiff irgendwann wieder beruhigt hatten, meinte Vaduz-Kapitän Simone Grippo: «Es ist für uns natürlich bitter, ähnlich wie im Spiel gegen YB, wieder in allerletzter Sekunde den Sieg verschenkt zu haben. Aber sind wir ehrlich: Vor dem Spiel hätte wohl niemand auf uns gesetzt.» Trotz Enttäuschung gab Grippo damit zu verstehen, man könne auch mit einem gewonnenen Punkt zufrieden sein – auch wenn dies aufgrund der Umstände sehr schwer falle.

Dennoch sagte Grippo, der Sieg wäre «absolut verdient» gewesen: «Schade, wir hätten den Vorsprung eigentlich über die Runden bringen müssen. Aber die Leistung heute gibt uns dennoch Moral für die zwei enorm wichtigen Spiele, die jetzt auf uns warten.» Kommenden Samstag trifft der FC Vaduz auswärts auf Direktkonkurrent Lausanne-Sport. Da muss der Rückstand auf den rettenden neunten Tabellenplatz mit einem Sieg unbedingt verkürzt werden. Eine Woche später folgt dann das ebenso wichtige Heimspiel gegen die Grasshoppers.

«Wir lassen den Kopf nicht hängen»

Bester und auffälligster Vaduzer im St. Jakob-Park war Maurice Brunner. Der rechte Aussenläufer schoss nicht nur das 1:0 in der elften Minute, sondern überzeugte auch sonst mit seiner Schnelligkeit und seiner kämpferischen Art. In der 65. Minute hätte er gar die Chance auf einen zweiten Treffer gehabt, doch er vergab aus bester Position. So steht Brunner in dieser Saison nun bei vier Toren in der Meisterschaft, genau wie Stjepan Kukuruzovic, der in Basel das 2:1 für Vaduz erzielte.
Brunner, der aus harten Zweikämpfen auch noch Gesichtsverletzungen davontrug, meinte nach dem Spiel: «Ob das Tor korrekt war oder nicht, ist schwierig zu beurteilen. Aber hadern nützt nichts, das bringt uns jetzt auch nicht mehr Punkte ein.» Der 26-Jährige wollte lieber die Mannschaftsleistung hervorheben: «Wir müssen nun das Spiel als Ganzes ansehen. Wir haben mutig gespielt und waren ein ebenbürtiger Gegner. Nun lassen wir den Kopf sicher nicht hängen – es warten noch genügend Spiele auf uns, um den Ligaerhalt zu schaffen.»

Basel-Trainer Fischer sauer

Auch Basels Trainer Urs Fischer lobte den Auftritt des FCV. Gleichzeitig war er aber auch alles andere als zufrieden ob der Leistung seines eigenen Teams. Er kritisierte, zuletzt seien im Clubumfeld die Nebenschauplätze wichtiger gewesen. «Es ging mehr darum, wann und wo die Meisterfeier stattfindet. Das Fussballspielen ging heute ganz vergessen.» Fischer war sichtlich enttäuscht, meinte, seine Mannschaft habe viel zu wenig Laufbereitschaft gezeigt und er fügte an: «Ich wäre nicht unglücklich gewesen, wenn wir 1:2 verloren hätten. Dann hätte ich vor den Spielern in der Nachbetrachtung gewisse Argumente gehabt.» Vaduz-Trainer Roland Vrabec meinte derweil: «Wir können zufrieden sein, auch wenn wir natürlich nach dem späten Ausgleich enttäuscht sind. Aber es gelingt nicht vielen Mannschaften, hier einen Punkt zu holen. Wir haben heute vieles richtig gemacht.»


Ernst Hasler / Liechtensteiner Vaterland:

Vaduz um den Sieg betrogen

Der FC Vaduz überzeugte beim Gastspiel in Basel und holte sich verdient einen Punkt. 2:2 (1:1) endete der Abnützungskampf. In der 93. Minute erzielte Doumbia per Kopf und aus einer Abseitsposition den Ausgleich.

Brunner hatte den FCV in Front geschossen (11.), Delgado glich aus (41.). Nachdem Kukuruzovic auf 1:2 gestellt hatte (78.), schien alles auf einen FCV-Sieg hinauszulaufen. Doch in der Nachspielzeit fixierte Doumbia aus Abseitsposition den 2:2-Endstand. Dem FCV darf eine überzeugende Leistung attestiert werden, denn Basel konnte sich bei Ref Jaccottet bedanken, dass das Wochenende nicht zur kompletten Pleite verkam.

Brunner nutzt Suchy-Fehlpass

Von Anbeginn spielte der FCV mutig nach vorne, doch die FCBFans, die auf Meisterstimmung eingestellt waren, staunten nicht schlecht, als Brunner das 0:1 erzielte: Er lief in einen verunglück- ten Suchy-Querpass und schob eiskalt an Torhüter Vaclik vorbei ins Netz. Zuvor hatte Brunner einen Querpass deutlich übers Tor gejagt (5.). Und der FCV besass ein Chancenplus in der ersten Halbzeit. Turkes lenkte eine halbhohe Kukuruzovic-Flanke knapp neben den Pfosten (18.), Muntwiler war überrascht, als Torhüter Vaclik eine Freistossflanke unterlief (24.), und nach einem Konter zielte Turkes zu hoch (27.). Der FCV spielte einen blitzsauberen Konterfussball und blieb nach jedem Ballgewinn sehr gefährlich. Vor allem Brunner erwies sich als erfrischendes Element. Er hatte sogar das 0:2 auf dem Fuss, verlor den Ball bei seinem Vorstoss (32.).

Und die Reaktion des FCB? Die blieb nicht aus, glich aber doch eher einem Strohfeuer. Gaber verzog seinen Schuss (16.), Janko lief solo Richtung Siegrist, doch der wachsame Grippo spitzelte ihm den Ball weg (19.). Die beste Möglichkeit liess Steffen liegen, als er den Ball aus fünf Metern übers Tor köpfelte (29.). Doch der zweite Kopfball der Basler sass: Elyounoussi wurde in die Tiefe bedient und seinen Flankenball köpfelte Delgado ins rechte Eck (1:1); Göppel deckte nicht eng genug.

FCV hatte sogar den K.o.-Stoss auf dem Fuss

In der zweiten Halbzeit blieb die Partie animiert. Der FCB war zwar mehrheitlich im Ballbesitz, doch fehlten die zwingenden Aktionen vor dem Tor. Stattdessen legte nochmals der FCV vor: Muntwiler passte in die Tiefe auf Zarate, der den Ball direkt auf Kukuruzovic abtropfen liess, einige Schritte lief und den Ball aus 15 Metern mit einem satten Schuss ins rechte Eck beförderte (1:2). Brunner hatte zuvor schon die Führung auf dem Fuss, doch Torhüter Vaclik klärte zur Ecke (64.).

Auf der Gegenseite war der FCB bestrebt, das Spiel in die Hand zu nehmen, konnte aber nur Gefahr bei hohen Flanken vors FCV-Tor erzeugen. Spielerisch lag vieles im Argen. Lang wartete zu lange mit dem Abspiel (52.), Steffen schoss zweimal zentral (53./ 73.), weshalb Siegrist keine Mühe hatte. Schliesslich köpfelte Suchy übers Tor (76.). Schliesslich rückte Torhüter Siegrist immer mehr in den Mittelpunkt des Geschehens: Er klärte einen Janko-Kopfball stark zur Ecke (84.), hatte Glück, dass Doumbia einen Kopfball aus nächster Nähe an den Pfosten setzte (85.).

Zu allem Übel vergab Avdijaj in der Nachspielzeit den endgültigen K.o.-Schlag, als er auf Vaclik zulief, diesen und das Tor überhob (91.). Im Gegenzug dann die fatale Fehlentscheidung: Calla flankte ins Zentrum, wo Doumbia im Abseits stand, Muntwiler lenkte den Flankenball leicht ab, ohne die Flugbahn Richtung Doumbia zu verändern , der per Kopf ins lange Eck traf (2:2).




Medienspiegel:  FC Basel vs. FC  Vaduz 2:2