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Medienbericht: FC Vaduz vs. FC Lausanne-Sport 0:1

Marco Pecio / Liechtensteiner Volksblatt:

Siegrist nach dem Patzer: «Es tut mir wahnsinnig leid für das Team»

Der Frust bei den FCV-Spielern nach der 0:1-Niederlage im doch so wichtigen Heimspiel gegen Direktgegner Lausanne-Sport sass tief. Besonders enttäuscht war Keeper Benjamin Siegrist: Er entschuldigte sich nach der Partie für seinen fatalen Faux-pas.

Der Schuss schien auf den ersten Blick harmlos – und es schien auch, als hätte Benjamin Siegrist keine Probleme, den Ball zu parieren. Doch dann kullerte die Kugel doch noch über die Torlinie. Siegrist war sie aus den Händen gerutscht.

Es war die entscheidende Szene einer zähen Partie, in der sich Vaduz in Unterzahl lange Zeit erfolgreich gegen ein Gegentor stemmte. Siegrists Fehler sollte dann jedoch den Bann für die enttäuschenden Lausanner brechen. Dementsprechend niedergeschlagen war der Baselbieter nach Abpfiff: «Es tut mir wahnsinnig leid für das Team. Für mich ist es nicht enttäuschend, weil ich persönlich einen Fehler begangen habe, sondern weil die Mannschaft und die Fans darunter leiden.» Siegrist erklärte, das Gegentor gehe klar auf seine Kappe, da gäbe es keine Diskussionen: «Ich kann mich nur bei allen entschuldigen.»
Nicht weniger enttäuscht war auch Aussenverteidiger Maurice Brunner, der bereits in der 19. Minute die Rote Karte gesehen hatte – nach einem strengen Entscheid von Schiedsrichter Adrien Jaccottet, der ein Notbremsenfoul an Kwang-Ryong Pak gesehen hatte. Brunner: «Ich ging mit Pak ins Laufduell – und gleich beim ersten Kontakt fällt er hin. Ich habe ihn nicht etwa an den Beinen berührt, sondern nur am Oberkörper. Ich fand es übertrieben, dass mein Gegenspieler sofort zu Boden ging und dass sich der Schiedsrichter auch noch darauf einliess.»

Unterzahlspiel ist «Kopfsache»

Lausanne-Trainer Fabio Celestini war sich ebenfalls nicht ganz sicher, ob es tatsächlich eine Rote Karte war. Von einer Sache war er aber überzeugt: «Wir sind erst nach dem Platzverweis ins Spiel gekommen.» Und weiter: «Ich weiss nicht, ob dieser Sieg verdient war, oder nicht. Aber wir haben die drei Punkte eingefahren und das ist das Wichtigste für uns.» Mit solchen Sätzen hätten auch die Vaduz-Spieler gern um sich geworfen nach der Partie – doch stattdessen mussten sie versuchen, beherrscht und ruhig Antworten zu geben. So manchem Akteur war der Frust deutlich anzumerken: Einige schrien ihn einfach hinaus, andere frassen ihn in sich hinein und noch andere liessen ihn an der Bande des Spielertunnels aus. Alle wussten sie, dass nicht viel für einen Punktgewinn gefehlt hatte. «Wir können uns nichts vorwerfen», sagte der Liechtensteiner Mittelfeldspieler Nicolas Hasler nach dem Spiel, er lobte die Einstellung seiner Teamkameraden: «Wenn man einen Mann weniger auf dem Platz ist, dann ist das reine Kopfsache. Dann musst du noch mehr Meter machen. Und man hat gesehen: Lausanne hat nicht viel hergebracht.» Lausanne-Kapitän Andrea Maccoppi, der von 2012 bis 2014 auch das Vaduzer Dress trug, konnte das nicht abstreiten: «Vielleicht hatten wir heute das Glück, das uns in den letzten Spielen gefehlt hatte», sagt er, mit Verweis auf viele knappe Partien in den letzten Wochen, in denen Lausanne nie als Sieger hervorgegangen war.
Auch wenn der FC Vaduz nun wieder Letzter der Super League ist, wollte FCV-Interimstrainer Hasler eines noch betont haben: «Die Mannschaft hat sich heute extrem reingebissen und grosse Leidenschaft gezeigt.» Diese wird nun auch in der restlichen Saison bitter nötig sein.  
 
Ernst Hasler / Liechtensteiner Vaterland:

FC Vaduz in «Geschenklaune»

Der FC Vaduz kassierte in seinem zweiten Spiel unter Interimstrainer Daniel Hasler eine Niederlage.

Im Abstiegskrimi gegen Lausanne verlor der FCV völlig unnötig 0:1 (0:0). Torres gelang der Siegestreffer (75.).

Zum einen war der Siegestreffer haltbar, zum anderen spielte der FCV seit der 18. Spielminute in Unterzahl, weil Brunner nach einem Notbremsefoul vom Platz geflogen war. Dennoch schien zumindest ein Punktgewinn gegen ein mässiges Lausanne Sports möglich zu sein. Doch fehlte im Angriff die Entschlossenheit oder der Mut, um die Vorteile auch in Tore umzumünzen. Nach diesem argen Dämpfer übernimmt der FCV wieder die Rote Laterne.

Brunner flog früh mit Rot vom Platz

Nach einer Startphase, in der der FC Vaduz dominant auftrat, führte ein früher Platzverweis gegen den FC Vaduz zu einer Dezimierung der Kräfte (18.): Pak hatte aus 35 Metern Entfernung freien Lauf zum Tor; Bühler konnte nicht mehr eingreifen und Brunner setzte den Körper ein, der Ex-Vaduzer Pak liess sich umgehend fallen, weshalb Ref Jaccottet auf Notbremse entschied; ein harter Entscheid, dennoch war er vertretbar.

Nach dieser Szene war der FCV-Schwung dahin, denn die Defensive musste umgekrempelt und neu organisiert werden. Der FCV hatte auf ein 4-4-1-System umgestellt und kam nach einigen indisponierten Minuten wieder gut in den Lauf. Lausanne konnte sich in jener Phase Vorteile verschaffen. Ein Kolloli-Freistoss war zu hoch angelegt (20.), Pak scheiterte mit seinem Flachschuss an Torhüter Siegrist (28.) und Pak köpfelte knapp über die Querlatte (37.). Der FCV hatte nur drei nennenswerte Offensivszenen in Halbzeit eins: Einen Kukuruzovic-Freistoss lenkte Torhüter Castella zur Ecke (14.), Grippo, der völlig frei stehend nach dem zweiten Eckball zum Kopfball kam, verfehlte den Kasten komplett (33.), ebenso Muntwiler bei seinem Distanzschuss aus 17 Metern (44.). Die grösste Möglichkeit liess Avdijaj aus: Als er in den Strafraum eindrang, ging Innenverteidiger Monteiro vor seiner Schussabgabe früh zu Boden, doch fehlte dem FCV-Stürmer die Kaltschnäuzigkeit und der Mut, das Dribbling zu suchen. Der 23jährige Albaner jagte den Ball am nahen Eck neben das Tor (46.+). Selbst in Unterzahl lag die FCVHalbzeitführung in der Luft.

Lausanne siegte letztlich sehr glücklich

In der zweiten Halbzeit nutzten die Gäste die nummerische Überlegenheit optisch zwar aus, doch klare Torchancen blieben Mangelware. Ben Khalifa zielte aus spitzem Winkel zu zentral, Siegrist hatte keine Mühe (54.), nach einem Pressball von Pak mit Bühler konnte Siegrist problemlos den Ball aufnehmen (60.) und Ben Khalifa traf aus halbrechter Position ins Aussennetz (72.). Auf der Gegenseite fand Kukuruzovic keinen Abnehmer bei seinem Querpass (57.) und Muntwiler kam nicht optimal an einen Kopfball heran (58.).

Gästetrainer Celestini hatte schon nach 62 Minuten sein Auswechselkontingent ausgenutzt, derweil der FCV- seit über 40 Minuten in Unterzahl - fast zu lange zuwartete, denn die viele Laufar- beit ging an die Substanz. «Wir haben es bis zu jenem Zeitpunkt gut gemacht. Ein Wechsel machte nicht viel Sinn, da alle Spieler in ihren Positionen gut standen und aggressiv dagegenhielten. In einer solchen Situation ist es schwierig, um durch einen Wechsel einen Antrieb zu erhalten, denn das Gefüge hatte gepasst», begründete FCV-Interimstrainer Daniel Hasler sein Zuwarten. Erst als Costanzo angezeigt habe, dass er Probleme habe, wechselte der FCV (70.).

Und die Quittung folgte prompt. Zuerst wurde Ben Khalifa am Fünfer komplett vergessen, doch der Schweizer Nationalspieler köpfelte einen Meter neben das Tor (73.). Einen haltbaren Torres-Flachschuss aus 17 Metern hielt Torhüter Siegrist, liess den Ball jedoch ins Tor kullern (0:1).

Der FCV zeigte umgehend eine Reaktion und agierte in der Folge mutiger. Kukuruzovic jagte den Ball von halblinks auf die Tribüne (76.) und Muntwiler hatte den Ausgleich auf dem Fuss, schoss jedoch aus zwölf Metern zu zentral, sodass Torhüter Castella den Ball unter sich begraben konnte (90.).

Unter dem Strich ist die Niederlage als sehr schmerzhaft einzustufen. Fehlende Cleverness führte zum Platzverweis und die fehlende Entschlossenheit im Angriff, wo Avdijaj letztlich zu leicht auszurechnen war, trug dazu bei, dass der FCV erstmals im Frühjahr- im siebten Spiel- ohne Torerfolg blieb. Weshalb FCV-Captain Burgmeier wiederum nicht zum Einsatz kam, bleibt ein grosses Fragezeichen.




Medienbericht: FC Vaduz vs. FC Lausanne-Sport 0:1