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FC Basel vs. FC Vaduz 6:0

Marco Pescio / Liechtensteiner Volksblatt:

In aller Deutlichkeit deklassiert

Fussball Ein halbes Dutzend Gegentore und überhaupt keinen Zugriff zum Spiel: So sieht es aus, wenn das Schlusslicht der Super League vom Klassenprimus eine Lektion erteilt bekommt. Ein heillos überforderter FC Vaduz muss bei Tabellenführer und Meister Basel ein deutliches 0:6 und damit die höchste Saisonniederlage hinnehmen.

Es hätte eigentlich ein mutiger Auftritt des FC Vaduz werden sollen. Einer nach dem Vorbild von Aufsteiger Lausanne, der im St. Jakob-Park frech mitspielte und 90 Minuten lang führte, ehe ihn das Unheil mit zwei späten Gegentoren doch noch einholte. Zumindest leistungsmässig wollte es der FCV den Waadtländern gleich tun, er wollte den FCB ärgern, in Bedrängnis bringen, ihm das Leben so schwer wie möglich machen. Die 24 846 Zuschauer im «Joggeli» sahen dann aber genau das Gegenteil: Der FC Vaduz machte es dem Leader viel, viel, viel zu einfach. Er war letztlich der ideale Aufbaugegner für die Basler, die am Mittwoch in der Champions League bei Ludogorets Rasgrad um das Überwintern im Europacup kämpfen.

Debakel zeichnete sich früh ab

Der FCB gestaltete die Hauptprobe vor dieser wichtigen Partie vollumfänglich nach seinem Gusto – er schenkte seinem Selbstvertrauen ein halbes Dutzend Tore und erhielt dafür von den frierenden Fans auf der Tribüne warmen Applaus. Das 6:0 war der höchste Basler Heimsieg unter der Ägide von Urs Fischer, und er war hochverdient. Die Vaduzer wurden an diesem Abend zu Statisten degradiert, für sie endete das Spiel der 15. Runde in einem Debakel, das sich schon früh abgezeichnet hatte. Bereits in der elften Minute musste Keeper Benjamin Siegrist, der Baselbieter und frühere FCB-Junior, ein erstes Mal hinter sich greifen. Es war ein Gegentor der Marke «unglücklich», bei dem das Abwehrverhalten der Vaduzer in die Kategorie «ungestüm» fällt.
Nachdem Siegrist einen Schuss von Mohamed Elyounoussi zuerst noch parieren konnte, klärte Verteidiger Mario Bühler ungenügend und legte den Ball so Seydou Doumbia vor, der ihn über die Linie spedierte. Das war das 1:0 und der Startschuss des ansehnlichen Schaulaufens der Basler. Dem zweiten Tor, nur acht Minuten später, ging ein Zuckerpass von Matias Delgado voraus, der haargenau den Laufweg von Elyounoussi abfing. Die ganze Abwehr war damit auf einen Schlag ausgehebelt – und das 2:0 durch den quirligen Norweger Tatsache. Dass der Vaduzer Rückstand in den folgenden Minuten nicht noch grösser wurde, lag nur daran, dass Siegrist erst einen wuchtigen Kopfball von Birkir Bjarnason stark parierte (24.) und Michael Lang mit seinem Kopfball nur den Pfosten traf (25.).

Basel dominierte nach Belieben

Die Basler schalteten und walteten wie es ihnen lieb war, sie liessen den Ball gekonnt in den eigenen Reihen zirkulieren und konnten so das Tempo immer wieder erhöhen oder drosseln. Und die Vaduzer? Sie rannten der Kugel hauptsächlich hinterher. So krass chancenlos waren sie in dieser Spielzeit noch nie gewesen – denn der Meister gewährte dem Tabellenletzten überhaupt keinen Zugriff zum Spiel. Die gefährlichste Szene im Basler Strafraum ging auf ein Selbstverschulden der Rotblauen zurück, als Marek Suchy in der sechsten Minute einen Rückpass knapp am eigenen Tor vorbeikullern liess. Ansonsten verbrachte Goalie Tomas Vaclik einen ruhigen Abend. Etwas, das von Siegrist nicht behauptet werden konnte: Der 24-jährige FCV-Keeper stand unter Dauerstrom. Denn nach der Pause schaltete der FC Basel nicht etwa den Tempomat auf einer niedrigeren Stufe ein, wie er es bei klaren Führungen oft macht, um den Spielstand einfach noch zu verwalten. Nein, der FCB marschierte weiter und überfuhr den Liechtensteiner Gast noch mehr. Doumbia markierte nach einem Doppelpass mit Delgado sein neuntes Saisontor (51.). Der Schweizer Nationalspieler Lang verwertete einen Abpraller (74.) und Bjarnason hämmerte das Leder nach einem Eckball aus der Drehung in den Winkel (76.) – zum 5:0 für Basel.
Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Davide Calla mit einem ebenfalls herrlichen Kopfballtreffer (90.). Die Vaduzer hatten zu diesem Zeitpunkt wohl schon längst gehofft, dass der Schiedsrichter bald abpfeifen würde. Torhüter Siegrist meinte kurz nach Beendigung der Partie: «Ich will einfach nur noch in die Kabine.»

FCV-Chancen waren Mangelware

Vom FCV war im St. Jakob-Park äus-serst wenig zu sehen: Nicolas Hasler verfehlte nach einer Stunde mit einem Distanzschuss das Gehäuse deutlich, kurz nachdem eine Flanke von Gonzalo Zarate den mitgelaufenen Bühler nicht gefunden hatte (57.). Das war’s dann aber auch. Die Equipe von Giorgio Contini wurde in Basel deklassiert.

Es blieb einzig der kleine Trost, dass in dieser Liga nur wenige Mannschaften für das Auswärtsspiel in Basel Punkte budgetieren – auch der FCV hatte das nicht gemacht. Dennoch wird sich eine 0:6-Packung alles andere als positiv auf das ohnehin schon angeschlagene Selbstvertrauen auswirken.

 

 

Ernst Hasler / Liechtensteiner Vaterland:

Basel zerpflückt den FC Vaduz

Super League Nach der aufstrebenden Leistung gegen die Grasshoppers kassierte der FC Vaduz am Samstag einen argen Dämpfer. Bei Leader FC Basel gab es für den FCV ein 6:0-Debakel und er verlor in der Tabelle weiter an Boden.


Bei kühlen Temperaturen liessen sich Doumbia (10. und 51.), Elyounoussi (19.), Lang (74.), Bjarnason (77.) und Calla (90.) als Torschützen feiern. Der FCV liess Kampfgeist und Leidenschaft vermissen und wehrte sich nach den teilweise «billigen Toren» nicht mehr gegen die Niederlage.

Ein «Geschenk» der besonderen Art

Der FC Vaduz hätte gegen Basel in Front liegen können, stattdessen zeigte sich FCV-Verteidiger Bühler besonders geschenksfreudig: Siegrist konnte einen Elyounoussi-Schrägschuss nur mit dem Fuss klären, der Ball landete in den Beinen von Bühler, der hätte Zeit gehabt, den Ball wegzuschlagen, stattdessen schoss er Doumbia an, von dem der Ball ins Tor prallte (1:0)! Kaum zehn Minuten später zeigten sich FCV-Innenverteidiger Konrad keineswegs auf der Höhe des Geschehens: Doumbia chippte den Ball zwischen ihm und Muntwiler durchs Zentrum, Elyounoussi kam vor Siegrist, der sich hinlegte, statt stehen zu bleiben, an den Ball und hob diesen ins Tor (2:0). Und der FCB liess in seinen Bemühungen nicht nach. Bjarnason, der schon in der Startphase übers Tor geköpft hatte (5.), sah seinen zweiten Kopfball von Torhüter Siegrist zur Ecke geklärt (24.). Lang hatte Pech, dass sein Kopfball am Pfosten landete (25.).

Und der FCV besass auch seine Möglichkeiten. Burgmeier ver- zog seinen Schuss deutlich (2.) und ein missratener Riveros-Rückpass wäre beinahe im Tor gelandet, Torhüter Vaclik konnte zur Ecke klären (6.). Zarate kam zu zwei Abschlüssen: Beide setzte er zu zentral auf Vaclik an (13./35.). Bei der zweiten Aktion hätte er wohl besser den Querpass auf Burgmeier gesucht. Ein Ciccone-Halbvolley landete knapp über der Querlatte in Behind (20.).

Der Favorit lag mit 2:0-Toren in Front, ohne grossen Aufwand betrieben zu haben. Der FCV erwies sich in der Defensive keineswegs als sattelfest.

So einfach wie im Training fiel das 3:0

In der zweiten Halbzeit genügte ein einfaches Doppelpass-Durchspiel von Doumbia mit Delgado, der Spieler aus der Elfenbeinküste schob solo vor Siegrist ein (3:0). Damit war die Partie vorentschieden. Als Fransson am Strafraum nicht energisch attackiert wurde, nutzte der Schwede den Freiraum und zog ab, Siegrist liess abklatschen und Lang staubte ab; Borgmann fälschte leicht ab (4:0). Nach einem Zuffi-Eckball kam Hasler im Duell mit Lang nicht an den Ball, Bjarnason fackelte nicht lange und jagte den «zweiten Ball» volley ins linke, obere Eck (5:0). Und als alle schon den Schlusspfiff herbeisehnten, köpfelte Calla einen Riveros-Flankenball ins Tor (6:0).

Der FCV kam im zweiten Abschnitt nur zu zwei gefährlichen Offensivaktionen vor Vaclik. Haslers Hinterhaltschuss verfehlte das Tor knapp (59.) und als Vaclik geschlagen war, klärte Lang vor dem einschussbereiten Bühler (57.). Unter dem Strich ein klares Verdikt, wobei der FCB sehr effizient auftrat und aus den sich bietenden Chancen Kapital schlug. Lediglich Bjarnason verfehlte zweimal das Tor knapp (51./81.).





FC Basel vs. FC Vaduz 6:0