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Medienspiegel: FC Triesen vs. FC Vaduz 0:18

Marco Pescio / Liechtensteiner Volksblatt:

18:0-Kantersieg in Triesen: Der FCV spaziert ins Cupfinale

Der FC Vaduz hat sich ohne Probleme für das Endspiel des Liechtensteiner Cups qualifiziert. Der hochfavorisierte Super-League-Verein gewinnt das Halbfinale beim Drittligisten FC Triesen gleich mit 18:0.

Der Unterklassige aus Triesen zeigte zwar ingesamt eine kämpferische Leistung, war gegen die Profis aus der Super League letztlich aber chancenlos. Der FC Vaduz gab sich auf dem Nebenplatz der Sportanlage Blumenau in Triesen keine Blösse, dominierte von Beginn an nach Belieben und liess auch nach seiner (klaren) Führung nicht locker. Die Abwehr des Drittligisten war ein ums andere Mal überfordert ob des hohen Tempos des Widersachers.
Zum Matchwinner beim FCV avancierte der 20-jährige Stürmer Aldin Turkes. In der Meisterschaft noch zu keinem Torerfolg gekommen, traf er im Cup-Halbfinale gleich fünffach. Absoluter Höhepunkt: Sein Treffer zum zwischenzeitlichen 6:0, erzielt aus kurzer Distanz mittels Fallrückzieher (35.). Drei Minuten zuvor hatte er bereits das 5:0 mit einem herrlichen Schlenzer markiert. Mann der zweiten Halbzeit war der in der Pause eingewechselte Stjepan Kukuruzovic, seines Zeichens immerhin vierfacher Torschütze. Wie Turkes in Hälfte eins, gelang auch dem Mittelfeldspieler ein klassischer Hatt­rick. Sehenswert war vor allem sein direkt verwandelter Freistoss in der 67. Minute. Daneben trafen auch Franz Burgmeier, Ramon Cecchini, Philipp Muntwiler, Maurice Brunner, Gonzalo Zarate, Marco Mathys und Mario Bühler.

Manojlovic: «Hart, aber verdient»

Der FC Triesen kam kaum einmal aus der eigenen Platzhälfte heraus. Ärgern konnte er den Favoriten nicht. FCV-Keeper Benjamin Siegrist war nicht ein einziges Mal richtig gefordert. Ein Freistoss von Laurin Kind in der ersten Halbzeit (30.) wurde geblockt, ansonsten rannte Triesen in erster Linie dem Ball hinterher. Spielertrainer Igor Manojlovic meinte nach Abpfiff: «Das Resultat ist hart, aber voll und ganz verdient. Vaduz hat stark gespielt, der Qualitätsunterschied war einfach zu gross. Trotzdem hat meine Mannschaft heute gut gekämpft.»
Vaduz-Trainer Roland Vrabec nahm wie angekündigt auf mehreren Positionen Wechsel vor. Mit Franz Burgmeier, überraschend wieder einmal als Linksverteidiger, Simone Grippo, Marco Mathys, Caleb Stanko, Ramon Cecchini, Dejan Janjatovic und Aldin Turkes setzte Vrabec sieben Akteure ein, die zumindest im letzten Liga­spiel gegen Luzern (0:2) nicht in der Startelf des Tabellenletzten gestanden hatten. Mit dem hohen 18:0-Sieg hat Vrabec beide Hauptziele des Abends erreicht: Der Pflichtsieg wurde im Schongang eingefahren – und seine Spieler konnten wieder etwas Selbstvertrauen tanken nach den turbulenten und enttäuschenden letzten Wochen in der Meisterschaft. Vierfachtorschütze Kukuruzovic sagte nach Spielschluss: «Es war wichtig, dass wir die Partie professionell angehen. Der eine oder andere Spieler hat heute mit seinen Toren wieder an Moral dazugewonnen. Jetzt müssen wir am kommenden Samstag gegen Sion genauso konzentriert aufspielen.»
Im Cupfinale wartet auf den Titelverteidiger FC Vaduz der USV Eschen/Mauren. Der Unterländer Erstligist hatte sich vor einer Woche gegen den in der 4. Liga beheimateten FC Triesenberg durchgesetzt (4:2). Das Endspiel findet am 24. Mai im Sportpark Eschen/Mauren statt.


Ernst Hasler / Liechtensteiner Vaterland:

FC Vaduz kantert sich ins Cupfinale

Nach dem USV Eschen/Mauren vor Wochenfrist hat sich gestern Abend Titelverteidiger und Seriensieger FC Vaduz als zweites Team für das diesjährige Cupfinale am 24. Mai im Sportpark Eschen-Mauren qualifiziert. Drittligist FC Triesen unterlag dem FCV mit 0:18 (0:8).

Turkes mit fünf Toren (13./33./35./38./46.), Kukuruzovic mit vier Toren (51./ 61./ 67./78.), Burgmeier (6./90.) und Mathys (69./87.) jeweils mit einer Doublette, Bühler (27.), Muntwiler (46.+), Brunner (73.), Zarate (81.) sowie ein Frick-Eigentor (19.) sorgten für eine extrem klare Zäsur. Ein solch deutliches Ergebnis gab es in einemm FL-Cuphalbfinale der 72-jährigen Geschichte bislang noch nie. Das Rekordergebnis im FL-Cup hält der FC Vaduz mit einem 22:0-Sieg.

Der Unterklassige hatte ein defensives Konzept angekündigt, doch das zerfiel auf zu einfache Art und Weise schon nach wenigen Minuten in Einzelteile. Vor allem auf den Aussenpositionen entpuppte sich die läuferische Unterlegenheit als zu grosses Handicap, weshalb der FCV immer wieder in den Rückraum kam.

Ein Turkes-Hattrick innert fünf Minuten

Der FCV kam relativ leicht zu einer komfortablen Halbzeitführung, weil der Unterklassige punkto Schnelligkeit und Robustheit zu grosse Defizite aufwies und auch in der Lufthohheit wenig dagegenhalten konnte. Der kopfballstarke FCT-Spielertrainer Manojlovic sass stattdessen auf der Bank. Schliesslich fielen die Tore wie reife Früchte. Burgmeier erspähte eine Lücke und traf von der Strafraumgrenze ins rechte Eck (0:1). Einen Stanko-Schuss drückte Turkes aus abseitsverdächtiger Position über die Torlinie (0:2). Einen Mathys- Querpass lenkte Frick - von Cecchini bedrängt- ins eigene Tor ab (0:3). Nach einem Burgmeier-Eckball gewann Grippo das Kopfballduell, Bühler staubte ab (0:4). Und da sich die Triesner als «fairer Trainingspartner» entpuppten, legten die Profis nach. Ein Stanko-Zuspiel in die Tiefe, Turkes düpierte Tschütscher und schob ein (0:5). Der schönste Treffer gelang Turkes, der in der Super League immer noch auf sein erstes Tor wartet und nach einer Mathys-Flanke den Ball mittels Rückzieher ins Tor beförderte (0:6). Nach einem Frick-Foul an Burgmeier stellte Turkes auf 0:7. Somit war ihm innert fünf Minuten ein klassischer Hattrick gelungen. Schliesslich erhöhte Muntwiler in der Nachspielzeit per Kopf (0:8) und sorgte für ein brutales Halbzeitresultat.

Der FCV lebte Effizienz vor: Stanko (4.) und ein Mathys-Kopfball (16.) blieben ungenutzt, dennoch zeichnete sich Torhüter Kindle einige Male aus. Er klärte gegen Stanko (16.), Mathys (26.) und Turkes (40.). Triesen betrat den FCV-Strafraum nur einmal, doch die Gegenwehr war schlicht zu harmlos; zumindest mehr Respekt hätte sich der Unterklassige in den Zweiämpfen verschaffen müssen.

Kukuruzovic mit Hattrick innert 16 Minuten

In der zweiten Halbzeit war Einwechselspieler und Ideengeber Janjatovic der effizienteste FCVAngreifer. Nach einer feinen Einzelleistung traf er von der Strafraumgrenze (0:10), schlenzte einen Querpass in die Maschen (0:11) und danach setzte er einen Freistoss aus 23 Metern ins rechte Eck (0:12). Somit hatte er innert 16 Minuten einen klassischen Hattrick realisiert. Und er legte zum 0:15 nach. Schon rasch nach dem Wiederanpfiff hatte zuvor Turkes aus nächster Nähe eingeschoben (0:9). Nach einem Patzer in der FCT-Abwehr schob Mathys ein (0:13), auch Brunner besass genügend Zeit, um sich das Eck auszusuchen (0:14). Und Zarate traf mit einem weiteren Flachschuss von halblinker Position (0:16). Mathys erhöhte auf 0:17 und nachdem Tschütscher Avdijaj gefoult hatte, beendete Burgmeier mittels Foulpenalty die qualvolle Schmach (0:18).

Torhüter Kindle musste einem leidtun, da ihn seine Vorderleute oft im Stich liessen. Kindle klärte zwei Grippo-Kopfbälle zur Ecke (63./80.) und lenkte einen Janjatovic-Distanzschuss an die Querlatte (84.). Der FCT kam erst durch Hutter zu einem Abschluss, doch seinen Heber konn- te Siegrist fischen (83.). Dass der FCT einige Leistungsträger schonte, ist legitim, doch wenn der Unterklassige nicht einmal in Bestbesetzung antritt, verkommen solche Cup-Partien zur absoluten Farce.

Manojlovic: «Vaduz hat einfach zu gut gespielt»

Am Einzug des FCV ins Finale gab es nichts zu zweifeln. Was war beim Aussenseiter falsch gelaufen, der doch den FCV länger hinhalten wollte? «Vaduz hat einfach zu gut gespielt. Ich hatte mich für eine defensivere Variante mit nur einer Spitze entschieden. Das war heute jedoch zu wenig», gestand FCT-Spielertrainer Igor Manojlovic ein und ergänzte: «Der Kampfgeist war gut, wir haben uns gut bewegt, doch das hat heute leider nicht gereicht. Vaduz hat heute sehr, sehr gut gespielt.» Auf der Gegenseite hatte FCV-Trainer Roland Vrabec wohl mehr Gegenwehr erwartet. «Ich konnte die Leistungsstärke des FC Triesen nur schlecht einordnen und kenne ihr Leistungsniveau nicht. Es war von Anfang an eine eindeutige Sache», urteilte Vrabec. «Mit 18 Toren haben wir wohl die Pflicht erfüllt», lächelte Vrabec, der somit seinen ersten Sieg in einem FCV-Pflichtspiel realisiert hat.



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