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Medienspiegel: FC Vaduz vs. FC Sion 0:1

Marco Pescio / Liechtensteiner Volksblatt:

Vaduz weiter im Elend

Der FC Vaduz erleidet in den letzten Wochen Rückschlag um Rückschlag. Auch im Heimspiel gegen Sion schafft esdas Team von Roland Vrabec nicht, aus der Krise zu finden. Beim FCV tut man sich schwer, das unglückliche 0:1 zu erklären.

Viermal Aluminium in nur zwölf Minuten, das muss man erst einmal schaffen. Im Rheinpark-Stadion traute man in der Schlussphase des Heimspiels gegen Sion seinen eigenen Augen nicht. Viermal scheppert es, viermal ist der FC Vaduz Zentimeter vom Ausgleich entfernt. Doch der Ball springt jedes Mal wieder zurück ins Spielfeld anstatt ins Tor der Sittener. «Es sollte wohl nicht sein», meinte Roland Vrabec nach der Partie, ebenfalls ratlos. Der Vaduzer Cheftrainer hatte während des Spiels von der Seitenlinie aus mit Erschrecken feststellen müssen, dass seine Mannschaft an diesem Tag unfähig war, ein Tor zu erzielen. Erst traf Albion Avdijaj in der 82. Minute mit einem Schuss die Latte, gleiches passierte Aldin Turkes, der den Abpraller per Kopf verwerten wollte. Später köpfelte auch noch Simone Grippo an die Querstange (91.), bevor jene Aktion kam, die derzeit symptomatischer für die Situation des FC Vaduz nicht sein könnte: Avdijaj traf in der 94. Minute aus spitzem Winkel den Pfosten – der Ball sprang vor die Füsse von Grippo, der reflexartig abschloss, jedoch tatsächlichdas leere Tor nicht traf.
«Ich weiss auch nicht, was ich da noch dazu sagen soll», meinte Grippo danach. Die vergebenen Chancen passen gut ins Bild, das der FC Vaduz in den letzten Wochen und Monaten von sich gezeichnet hat. Der Liechtensteiner Super-League-Club schafft es einfach nicht, effizient und kaltblütig aufzutreten, wenn es notwendig ist. Auch die 0:1-Niederlage gegen Sion gehört wieder in die Schublade «völlig unnötig». Sion ist zwar Tabellendritter, trat im Rheinpark-Stadion jedoch keinesfalls so auf. Dieses weitgehend harmlose, nicht geradetopmotiviert wirkende Team aus dem Wallis wäre an diesem Samstagabend zu schlagen gewesen. Sogardas Tor von Birama Ndoye (21.) war völlig aus dem Nichts gefallen.

Leben gezeigt – dennoch kein Punkt

Schon am Spieltag zuvor, in der Heimpartie gegen Luzern (0:2), war der Gegner alles andere als überlegen.
Und schon da vermochte der FCV nicht Profit daraus zu ziehen. Wie viele solcher Chancen braucht der FC Vaduz denn noch? Trainer Vrabec stellte nach Abpfiff an der Pressekonferenz fest: «Wenn man hinten drin steht, so wie wir, kommt noch Pech hinzu, das hat sich heute gezeigt.» Tatsächlich konnte man seiner Mannschaft im Duell mit Sion Engagement und Willen nicht absprechen. «Wir haben 100 Prozent Leben gezeigt heute», ergänzte Vrabec. Das stimmt, allerdings wurde in dieser 28. Runde auch einmal mehr deutlich, dass dem FCV ein Knipser fehlt. Chancen auf einen Torerfolg hatten die Vaduzer auch schon vor der unglaublich unglücklichen
Schlussphase. Avdijaj, Grippo, Stjepan Kukuruzovic, Nicolas Hasler und Marco Mathys liessen ihre teilweise
hochkarätigen Möglichkeiten aber alle liegen. Und so wurde das Heimspiel gegen Sion für die Vaduzer Anhänger zu einem zum Verzweifeln. Stark mitgelitten hat auch Vrabec, der mit dem verletzten Spielmacher Moreno Costanzo auf den besten Torschützen (sechs Treffer) verzichten musste. Franz Burgmeier, mit drei Toren immerhin der erfolgreichste nominelle Stürmer im Team, sass hingegen 94 Minuten lang nur auf der Ersatzbank.

Trost vom Sion-Trainer

Der FC Vaduz bleibt nach der erneut ganz bitteren Niederlage weiter in akuter Abstiegsnot. Der Rückstand auf den rettenden neunten Tabellenplatz beträgt nach wie vor fünf Punkte. Und nun steht als Nächstes das Auswärtsspiel in Basel (Samstag, 20 Uhr, Liveticker auf «Volksblatt.li») an. Trost gab es für den FCV immerhin
von Sion-Trainer Peter Zeidler. Er sprach dem Tabellenschlusslicht ein «Kompliment für die kämpferisch und taktisch gute Leistung» aus: «Aus meiner Sicht hat der FC Vaduz eine gute Mannschaft, mit starken Einzelspielern – unser Sieg war heute sicherlich glücklich, auch wenn wir uns dafür natürlich nicht schämen.» FCV-Trainer Roland Vrabec trommelte seine Equipe nach Spielschluss sofort in der Platzmitte zusammen.
Team und Staff bildeten einen Kreis, während Vrabec eine Ansprache hielt: «Ich habe der Mannschaft gesagt, dass ich trotz Niederlage stolz auf sie bin. Das war mir sehr wichtig, denn sie musste wissen, dass es trotz allem eine Leistung war, auf der man aufbauen kann.» Nur: Genau das haben die Spieler während der Saisonschon oft gehört. Jetzt müssen endlich auch einmal Taten – und Resultate – folgen. Bevor es endgültig zu spät ist.


Ernst Hasler / Liechtensteiner Vaterland:

Setzt Vrabec auf die falschen Kräfte?

Eine Nachlese zum Super-League-Heimspiel gegen den FC Sion. Nach der 0:1-Pleite gegen den FC Sion steht der neue FC V-Trainer Roland Vrabe c immer noch ohne Punktgewinn da. In zwei Heimspielen gelang kein Tor.
Die 0:1 Niederlage gegen Sion war bereits das dritte Spiel unter Neutrainer Vrabec ohne Punktezuwachs. Dabei hätte Vaduz aufgrund der Torchancen punkten müssen. Sion erzielte durch Ndoye nach einer Zufallsaktion das 0:1 und besass daneben nur noch zwei Hochkaräter durch Konaté (54./66.). Vaduz auf der anderen Seite kam durch Kukuruzovic (37./55.), Avdijaj (20./44./82./94.) sowie Grippo (90./94.) zu deutlich mehr Möglichkeiten. Vaduz vergibt zu viele Torchancen- setzt Vrabec auf die falschen Spieler in der Offensive?

Vrabec: «Wir benötigen Optionen»

Erstaunlicherweise sassen Bühler sowie die Offensivkräfte Burgmeier und Janjatovic trotz der grossen Absenzenliste nur auf der Bank. «Wir hatten die letzten 16 Feldspieler im Kader. Mehr hatder Kader nicht hergegeben. Avdijaj und Mathys haben sich gut bewegt, vieles gut gemacht; wir benötigen Optionen», lobte Vrabec die Offensive, die in den letzten 180 Minuten leer ausging, sowie den Kampfgeist und die Einsatzbereitschaft. Allerdings sind das Attribute, die von Profis ohne Wenn und Aber immer eingefordert werden müssen. Es stellt sich die Frage, ob Burgmeier, Janjatovic und Bühler derart schlecht trainieren oder Vrabec deren bessere Qualitäten als jene, die den Vorzug erhielten, noch nicht erkannt hat? Bühler hat in den Kopfbällen wohl mehr Dynamik als Konrad. Bezüglich Spielaufbau (Präzision) müssen die FCV-Innenverteidiger Bühler und auch Konrad dennoch zulegen. In der Offensive besitzt der FCV sehr wohl bessere Optio- nen. Der abgesetzte FCV-Captain Burgmeier lief zuletzt im Cuphalbfinale jedoch auf der linken Aussenverteidiger-Position in einer defensiven Rolle auf, obwohl er im Herbst Trainer Contini mit starken Leistungen und wichtigen Toren als Sturmspitze im «Amt hielt». Im Gegensatz zu den Protagonisten, die gegen Sion schwach spielten, kann er im Angriff die Bälle halten, köpfelt zudem wesentlich zielorientierter und hat auch das bessere Auge für den Mitspieler. Ihn muss man aber mit flachen Zuspielen bedienen. Dazu gesellt sich Janjatovic, der eine gewisse Schlitzohrigkeit mitbringt und gefährliche Aktionen als hängende oder «falsche zweite» Sturmspitze heraufbeschwören kann. Sein halbstündiger Einsatz gegen Sion hat gezeigt, dass er im zentralen Mittelfeld nicht die weiten, defensiven Wege geht. Trotzdem stand er goldrichtig, als Avdijaj den Ball an den Pfosten setzte, statt ihn mit einem Querpass zu bedienen (94.).

Die Luft im Abstiegskampf wird dünner

Gegen den FC Sion war der FCV zwar spielbestimmend, aber lange Zeit nicht zwingend im Torabschluss. Erst in den letzten zehn Minuten wurden vier Hochkaräter ausgelassen. Immer alles nur dem Pech zuzuschreiben, ist zu einfach. Unvermögen ist das treffende Wort. In den letzten drei Heimspielen gegen Lausanne (0:1), Luzern (0:2) und Sion (0:1) kam der FCV zu vielen Torchancen, trotzdem stand die Null. Mit solchen offensiven Leistungen ist der Abstieg nicht abzuwenden. Zum Glück des FCV verlor Konkurrent Lausanne die Partie gegen Basel (0:4) und bleibt somit - wie auch der FC Thun- nur fünf Punkte vor Vaduz. GC gewann gegen YB und hat nun acht Punkte Vorsprung. Die Luft im Abstiegskampf wird von Spieltag zu Spieltag dünner.

Sion agierte äusserst harmlos

Selten oder noch nie ist Sion in Vaduz derart harmlos aufgetreten wie am Ostersamstag. «Das ist Ihre persönliche Einschätzung», erwiderte FCS-Trainer Peter Zeidler die Kritik des «Vaterlands». «Wir hatten schon viele Spiele hier, die wir analysiert haben. Die 2:0-Niederlage des FC Sion in der letzten Saison in Vaduz war bestimmt nicht das Gelbe vom Ei. Wir wissen, dass Vaduz viel kann. Wir hatten nach 20 Minuten die Kontrolle und verpassten das 0:2. In Sion sind die Ergebnisse entscheidend; trotz aller Umstände sind wir immer noch auf Rang drei. Unser Spiel kann verbessert werden. Carlitos oder andere Spieler kehren zurück. Wir haben gewonnen und das zählt. Zudem haben wir noch das Cupfinale vor Augen», so Zeidler, der von Constantin zuletzt angezählt worden war.




Medienspiegel: FC Vaduz vs. FC Sion 0:1