Modus
News
« Alle News anzeigen

Interview mit Maxi Göppel

Maxi du spielst beim FC Balzers in der ersten Liga und besuchst das Sportgymnasium. Kannst du uns kurz erklären wie der Ablauf zwischen dem Sportgymnasium und deinem Stammverein ist, damit du deinem Sport nachgehen kannst?

 

Die Abendtrainings mit dem FC Balzers kann ich ohne Probleme bestreiten, da es keine Überschneidungen mit der Schule gibt. Durch die Tatsache, dass ich in der Sportschule bin, habe ich die Möglichkeit zwei zusätzliche Trainingseinheiten zu absolvieren, welche während der Schulzeit stattfinden. Zwischen dem Stammverein und der Sportschule gibt es eigentlich keinen Ablauf, da der Hauptansprechpartner für die Sportschule der Liechtensteiner Fussballverband ist. Der LFV organisiert und führt auch die Trainings durch.

 

Wie dir bekannt ist gibt es zwischen dem FC Vaduz und den beiden 1.Liga Clubs in Liechtenstein eine Zusammenarbeit zur Förderung von Perspektivspielern. Wie hast du erfahren, dass der FC Vaduz dich als Perspektivspieler letzten Herbst zum Training einladen möchte?

 

Schon zu Saisonbeginn hat mir der Vorstand des FC Balzers angeboten mich als Perspektivspieler vorzuschlagen. Anschliessend musste der FC Vaduz das Ganze anschauen und das Einverständnis geben. Danach haben wir uns ( LFV, FC Vaduz, mein Vater und ich) mit der Schule an einen Tisch gesetzt und besprochen wie das Ganze koordiniert werden kann. Bei der Entscheidungsfindung war mir auch wichtig, dass ich nicht viel Schulstoff verpasse und wenn möglich ausserhalb der Schulzeiten mit dem FC Vaduz trainieren kann weil ich kurz vor der Matura stehe. Der FC Vaduz war da sehr verständnisvoll und offen und hat sich sehr bemüht eine für mich passende Lösung zu finden. Als dies alles geregelt und unter Dach und Fach war, habe ich die ersten Trainingsdaten erhalten.

 

Mittlerweile absolvierst du seit 2 Wochen das komplette Vorbereitungsprogramm mit den Profis des FC Vaduz. Wie wurdest du im Team am ersten Trainingstag am 4.1.2016 aufgenommen?

 

Ich wurde wirklich sehr gut aufgenommen. Es fiel mir vielleicht auch leichter, da ich die Liechtensteiner Nationalspieler schon gekannt habe. Aber auch alle anderen Spieler haben mich gut integriert und mir gleich gezeigt, wie alles funktioniert und mich unterstützt.

 

Derzeit weilst du mit der Mannschaft des FC Vaduz in Belek / Türkei im Trainingslager. Was sind die Unterschiede von der Spitze des Breitenfussballs in dem du trainierst und spielst, zum Spitzen - respektive Profifussball eines Raiffeisen Super League Clubs wie der FC Vaduz?

 

Es klingt vielleicht blöd, aber ich kann es nicht anders formulieren. Beim FC Vaduz ist einfach alles professioneller. Hier trainiert jeder Spieler mit GPS und Pulsgurten, damit jeder im richtigen Bereich arbeitet. Das hat nichts mehr mit Breitensport zu tun. Zudem geht alles viel schneller. Technische Fehler werden sofort bestraft. Der Profifussball ist in allen Bereichen um Stufen höher als de Breitenfussball

 

Du wurdest am 16.1.2016 bei einem Testspiel im Trainingslager vom Cheftrainer Contini in der 60 Minute eingewechselt. Wie hat es sich angefühlt gegen den 3. Platzierten der Deutschen Bundesliga Hertha BSC eingewechselt zu werden?

 

Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Diese Spieler sieht man sonst nur im TV und plötzlich spielt man gegen sie. Ein wahrlich schöner Moment. Es hat richtig Spass gemacht.

 

Hast du von deinen Teammitgliedern motivierende Worte bei deinem ersten ernsthaften Einsatz erhalten, als du für Muntwiler ins Spiel gekommen bist?

Ja das habe ich. Sie haben mich alle motiviert während ich das Trikot anzog und gleichzeitig gesagt; ich soll frech und mutig aufspielen. Das hat mich beruhigt und gab mir Sicherheit.

 

Eine deiner ersten Aktionen war absolut sehenswert. Niemand geringeres als Ibisevic wollte Druck auf dich ausüben und du hast ihn mit einem Haken ins Leere laufen lassen. Wie hast du diese Situation gesehen und für dich persönlich empfunden?
Ich bekam den Ball und habe diesen offensiv mitgenommen. Danach lief Ibisivic auf mich zu und machte den Passweg nach aussen zum Aussenverteidiger zu. Mir blieb nichts anderes übrig als den Haken nach innen zu machen. Ich hatte bestimmt auch das notwendige Glück weil er viel zu schnell auf mich zulief und daher nicht mehr auf meinen Haken reagieren konnte. Mit aller Bescheidenheit war es in der Tat ein tolle Aktion.

Es waren auch andere namhafte Spieler wie Lustenberger, Stocker u.v.a.m auf dem Spielfeld. Bist du in deinem jungen Alter nicht vor Ehrfurcht erstarrt als du dich mit diesen in Zweikämpfen messen musstest?

 

Nein! Überhaupt nicht. Während einem Spiel denkt man nicht an die Namen der Gegner. Da ist jeder auf sein Spiel konzentriert und voll fokussiert. Jeder versucht einfach jeden Zweikampf für sich zu entscheiden. Egal welch namhafter Gegenspieler man gegenüber steht. Erst nach dem Spiel kann man sich freuen gegen welche Gegenspieler man die Zweikämpfe gewonnen hat.

 

Nun aber zurück zum FC Vaduz. Was hältst du persönlich von dieser Zusammenarbeit zwischen dem FC Vaduz und dem FC Balzers resp. USV Eschen/Mauren, talentierte junge Spieler zu fördern?

 

Ich finde die Zusammenarbeit eine gute Sache die meines Erachtens auch sehr gut funktioniert. Auf diese Weise kann ein Perspektivspieler in den Profibereich hineinschnuppern und sich an das Tempo und die Professionalität gewöhnen. Ausserdem kann sich dabei jeder persönlich weiterentwickeln und wichtige Erfahrungen sammeln.

 

Findest du persönlich, dass der FC Vaduz dich als Perspektivspieler fördert und dass du ernst genommen wirst?

 

Ja absolut! Ich habe zuerst vom Herbst bis im Winter alleine mit dem Konditionstrainer im Kraftraum gearbeitet um körperlich auf einem annähernd gleichen Niveau wie die anderen Spieler des FC Vaduz zu sein. Dann hat man mich gezielt auf das Training auf dem Platz vorbereitet. Auch jetzt im Trainingslager habe ich das Gefühl, ein Teil des Teams zu sein, welches Tag für Tag gemeinsam für den Erfolg arbeitet.

Was sind deine persönlichen Ziele im Fussball?

 

Mein Ziel ist es in allen Bereichen die der Fussball fordert mich weiter zu entwickeln. Natürlich ist es auch mein Ziel Fussballprofi zu werden und das Bestmöglichste herauszuholen. Das wichtigste ist jedoch nie den Spass am Fussball zu verlieren.

Könntest du dir vorstellen, irgendwann beim FC Vaduz zu spielen?

 

Es wäre natürlich grossartig für den einzigen Profiklub im Land spielen zu können. Allerdings möchte ich zuerst das Gymnasium erfolgreich abschliessen und anschliessend werde ich mir Gedanken über meine Zukunft machen. Es gibt viele Möglichkeiten wie ein Studium zu beginnen, eine Ausbildung zu machen, einen Sprachaufenthalt, das College in den USA oder auf die Karte Profi setzen. Im Moment ist noch alles offen und ich konzentriere mich voll auf die Matura und den Klassenerhalt mit dem FC Balzers.

Möchtest du noch etwas Persönliches hinzufügen?

 

Ich möchte mich bei allen bedanken, die es mir ermöglicht haben mit dem FCV mitzutrainieren. Vorallem bedanke ich mich beim FC Balzers, die mir die Chance geben in der 1. Liga zu spielen und mich in der Folge als Perspektivspieler vorgeschlagen haben. Natürlich bedanke ich mich aber auch bei den Verantwortlichen des FC Vaduz, dass sie mir diese Chance angeboten haben und sich gewissenhaft mit meiner Schule eingesetzt haben und in meinem Interesse eine Lösung gefunden haben und ich mich nun mit dem Team des FC Vaduz, sowohl fussballerisch, als auch persönlich weiterentwicklen kann.



Interview mit Maxi Göppel