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Medienspiegel: FC Vaduz vs. FC Winterthur 2:2

Marco Pescio / Liechtensteiner Volksblatt:

Der FCV tut sich weiter schwer

Der Rückstand des FC Vaduz auf die Spitze der Challenge League wächst weiter an. Der Super-League-Absteiger bekundet auch mit dem FC Winterthur Mühe. Im Rheinpark-Stadion kommt die Elf von Roland Vrabec nicht über ein 2:2 hinaus.
«Frust, Wut, Enttäuschung – all das muss auf dem Platz raus», forderte FCV-Cheftrainer Roland Vrabec vordem Heimspiel gegen Winterthur, bezogen auf den schlechten Auftritt in der zweiten Halbzeit bei Neuchâtel Xamax (1:3). Doch die Vaduzer Reaktion kam gestern Abend nicht, zumindest nicht so, wie man sie hätte erwarten dürfen. Frust, Wut und Enttäuschung machten sich eher auf den Zuschauerrängen breit. Immer wieder waren – vor allem in Hälfte eins – Pfiffe zu hören. Zu viele Feh-ler schlichen sich im FCV-Spiel ein, zu oft ging der Ball unnötig verloren. Da passte es, dass der Super-League-Absteiger schon in der 8. Minute in Rückstand geriet. Ausgerechnet Ex-FCV-Stürmer Manuel Sutter brachte Winterthur mit einem unhaltbaren Schuss in die linke, obere Torecke 1:0 in Führung. Diese hielt fast die ganze, wenig berauschende erste Halbzeit lang, ehe zum Abschluss doch noch so etwas wie ein kleines Spannungsfeuerwerk gezündet wurde. Erst glich der Vaduzer Abwehrchef Tomislav Puljic nach einem Goalie-Abpraller (nach einem indirekten Freistoss von Milan Gajic) aus kurzer Distanz zum 1:1 aus. Und dann folgte tatsächlich postwendend wieder der Dämpfer: Schiedsrichter Adrien Jaccottet entschied nach einer Intervention von Peter Jehle an Carlos Silvio auf Foulelfmeter, den der Stürmer gleich selbst verwandelte. Souverän und sicher in die rechte, untere Torecke – zum 2:1.Frust, Wut, Enttäuschung – da waren sie wieder. Bei Spielern und Fans. Doch wieder tat sich der FCV schwer, diese negativen Gefühle in Leistung umzumünzen. Er brauchte lange, bis zur 72. Minute, ehe er den Ausgleich erzielen konnte. Ohne davor wirklich gefährlich zu sein, schaffte der FC Vaduz das 2:2. Der eingewechselte Franz Burgmeier schoss aus wenigen Metern ein und sorgte damit immerhin für den einen Vaduzer Punktgewinn an diesem ansonsten wenig erbaulichen Fussballabend. Moral gut, der Rest weniger. Vaduz wirkte teils unkonzentriert, teils zu fahrig, zu hektisch. Das war etwa in den Abschlüssen zu beobachten, bei denen oft das nötige Timing fehlte. Positiv herauszustreichen war die Moral, die der FCV wieder an den Tag legte. Insgesamt kam vom Aufstiegsaspiranten aber zu wenig – und so steht er nach vier Spieltagen mit erst fünf Punkten da. Sieben weniger als die optimal gestarteten Hauptkonkurrenten Schaffhausen und Neuchâtel Xamax. «Das ist nicht das, was wir uns erhofft hatten», musste auch Vrabec nachdem Winterthur-Spiel feststellen. Geärgert hat den Vaduzer Trainervor allem das Tor zum 1:2 unmittelbar vor dem Pausenpfiff. «Unerklärlich, wie wir da nochmals in Rückstand geraten. Das war viel zu fahrlässig von uns – oder ganz einfachmangelnde Cleverness.» Vrabec hatte kurzfristig auch noch auf Kapitän Philipp Muntwiler (Knöchelverletzung) verzichten müssen – und das in Zeiten, in denen das Vaduzer Personal ohnehin schon dünn genug besetzt ist, auch weil Neuzugang Marko Devic gestern noch nicht spielberechtigt war. Das veranlasste Vrabec sogar dazu,mit Nicolas Jüllich einen zuletzt noch angeschlagenen Neuzugang einzuwechseln, obwohl sein Einsatz «noch gar nicht geplant» war. «So ist es zu wenig» Torschütze Franz Burgmeier konnte sich nach dem Spiel nicht so richtig über seinen Treffer freuen. «Wenn wir heute gewonnen hätten, dann wäre es ein passabler Saisonstart gewesen. So ist es aber zu wenig», erklärte er, meinte zu seinem Tor dann aber doch noch: «Zum Glück ging er rein.» Milan Gajic, der im Mittelfeld den verletzten Muntwiler ersetzte, war nach Abpfiff sichtlich niedergeschlagen. «Normalerweise dürfen wir mit einem Punkt gegen Winterthur nie zufrieden sein, aber heute irgendwie schon.» Gajic sprach damit auch die Tatsache an, dass sich der FCV an diesem Abend schlicht zu schwer tat, mehr aus dem Duell mit «Winti» herauszuholen.


Ernst Hasler / Liechtensteiner Vaterland:

Der FC Vaduz triff auf der Stelle

Dem FC Vaduz gelang es nicht, den Vorletzten der Tabelle, den FC Winterthur, zu besiegen und musste sich mit einem 2:2 (2:1)-Remis begnügen. Puljic (45.), Burgmeier (72.) sowie Sutter (8.) und Silvio (47.+) trafen. Der FC Vaduz konnte auf die 3:1Niederlage in Neuenburg keine echte Reaktion zeigen. Zu fehleranfällig war sein Spiel vor allem im ersten Abschnitt. Trotz Steigerung in der zweiten Hälfte wollte kein Sieg gelingen. So wächst der Abstand auf das Leader-Duo Schaffhausen und Xamax Neuchâtel auf sieben Punkte an.

FCV-Abwehr noch im Tiefschlaf

Kaum standen die zwei Teams auf dem Platz schlug es schon hinter Jehle ein: Der Ex-Vaduzer Manuel Sutter spielte sich im Doppelpass mit Frontino durch die FCV-Abwehr und zirkelte den Ball aus zwölf Metern ins linke, obere Eck (0:1). Ein Schock, den die Residenzler gut wegsteckten. Obwohl Puljic mittels Abstauber - einen Gajic-Freistoss hatte Torhüter Minder abklatschen lassen knapp vor dem Pausenpfiff ausglich (1:1), wars das noch nicht, denn nach einem fragwürdigen Foul von Jehle an Silvio, diktierte der Ref einen Strafstoss, den der vermeintlich gefoulte Silvio verwandelte (1:2). «Ich habe zwar die Arme zurückgezogen und bin auf dem nassen Untergrund weiter gerutscht. Der Winterthurer hätte nicht fallen müssen, machte es clever. Entscheidend ist, dass ich ihm die Chance bot, dass er den Penalty herausholen konnte», äusserte sich Jehle selbstkritisch zu jener Szene.

Schon früh hatte sich herauskristallisiert, dass Winterthur nicht nach Vaduz gekommen war, um Punkte abzuliefern. Frontino, ein Spielgestalter mit Qualität, narrte zwei Vaduzer und sein Schlenzer ging in Behind (2.). Auf der Gegenseite kratzte Torhüter Minder einen Gajic-Freistoss aus dem Eck (4.). Ein Mathys-Volley (10.), ein Turkes-Schuss, den Minder abklatschen liess, brachte Coulibaly nicht im Tor unter (14.), Schirinzi verzog seinen Schuss (19.) und ein Gajic-Knaller war zu hoch angesetzt (33.).

Doch beinahe wäre Winterthur das zweite Tor gelungen, nachdem sich Sutter dank seiner Schnelligkeit auf die Grundlinie durchgespielt hatte. Sein gechipptes Zuspiel erreichte Gazzetta, der wie Bühler im Clinch im Pfosten landete und gepflegt werden musste (22.). Wie immer besass der FCV viel Ballbesitz, jedoch resultierte wenig Raumgewinn; die Fans goutierten die Quer- und Retourpässe nach 30 Minuten erstmals mit Pfiffen.

Winterthur lag zur Halbzeit vorne, wobei die Führung nicht gestohlen war, denn vor dem 1:1 vergab Markaj, den die FCV-Ab- wehr aus den Augen verlor, einen weiteren Hochkaräter (41.).

Burgmeier gelang der 2:2-Ausgleichstreffer

In der zweiten Halbzeit blieb der FCV zwar engagiert, doch fehlte weiterhin der Raumgewinn und ergo kam er auch sehr selten in die gefährliche Angriffszone. Dennoch fiel der wichtige Ausgleichstreffer. Endlich erhielt Ex-Captain Burgmeier mehr als nur einzelne Spielminuten und prompt bezahlte er sein Vertrauen mit einem Tor zurück. Nach einem Gajic-Eckball reagierte er am schnellsten und staubte ab (2:2).

Das Bemühen der FCV-Profis war erkennbar und obwohl die Fehlerquote im zweiten Abschnitt wesentlich tiefer war, gelang der Siegestreffer trotz grossen Bemühens nicht. Der Turkes-Kopfball fiel zu harmlos aus (53.), ein Borgmann-Volley landete im Nachthimmel (65.), Konrad zielte aus der zweiten Reihe zu hoch (75.) und auch Jüllich verzog seinen Schuss (77.), sodass Gästekeeper Minder in der zweiten Halbzeit nie ernsthaft eingreifen musste. Und das ist zu wenig für ein Team, das den Anspruch erhebt, um den Aufstiegsplatz mitzuspielen. Schaffhausen und Neuchâtel Xamax sind stattdessen bereits enteilt und der FCV muss sich vorerst im Mittelfeld herumtummeln.

Es war einmal mehr der fehlende Überraschungsmoment im letzten Angriffsdrittel, der zu denken gibt. Das Bemühen konnte nicht in Abrede gestellt werden, doch die mangelnde Qualität bleibt das Hauptübel. Selbst Coulibaly, in Neuenburg zumindest eine Halbzeit stark, wirkte wie ein Fremdkörper.



Medienspiegel: FC Vaduz vs. FC Winterthur 2:2